Erste Online-Zeitung für Plettenberg und den Märkischen Kreis - 28.05.2013

Matthias Heider staunte im Dorfladen:
Currywurst im Glas ist der Renner!

CDU-Bundestagsabgeordneter: Den Dorfladen Hüinghausen kennt man auch in Berlin!


"Am 14.12.2012 habe ich im Bundestag zum Genossenschaftsrecht gesprochen und dabei als Beispiel für kleine Genossenschaften den Dorfladen Hüinghausen erwähnt", berichtete der Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Heider heute bei seinem Besuch im Dorfladen und packte ein Glas Currywurst in den Einkaufskorb. Foto: Horst Hassel

Von Horst Hassel

Herscheid-Hüinghsn. "Denn nichts ist schlimmer für einen Kaufmann, als wenn kein Kunde kommt!" freute sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Heider heute Nachmittag beim Besuch des Dorfladens, dass sich nach der "Brandrede" von Robert Lützenkirchen auf der Generalversammlung die Kunden die Klinke in die Hand geben. Heider: "Ich wünsche euch viel Fortune und Genossen, die kräftig Umsatz machen!"

Den Besuch im Dorfladen hatte die CDU-Herscheid organisiert, denn bei der kommenden Bundestagswahl ist Matthias Heider der CDU-Kandidat im Wahlkreis Olpe/Märkischer Kreis I, zu dem auch Herscheid gehört. Heider erfuhr im Gespräch mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Robert Lützenkirchen, wie bescheiden die ersten acht Monate des Dorfladens umsatzmäßig waren. Dass erst die drohende Schließung zu der Kundenfrequenz geführt hat, die der Dorfladen zum Leben und Überleben braucht, hatte Heider schon im Internet dokumentiert gefunden.

Bei rund 22.000 Euro Monatsumsatz hatte Heider schnell zusammengerechnet: "Das ist fast eine Viertelmillion Jahresumsatz, also wird hier doch einiges bewegt!" Und dann die Frage: "Was geht denn hier am besten? Was ist denn der Renner?" Vorstandsvositzende Bettina Winkelmeyer:"Currywurst im Glas!" Die hatte Heider noch nie gesehen. Er erfuhr, dass viele die Currywurst kleingeschnitten aus dem Glas heiß machen - sie soll dann mindestens so gut schmecken wie eine "richtige" Currywurst. Schnell angelte Matthias Heider sich einen Einkaufskorb, griff zur Currywurst im Glas. Dann noch ein Paket Eis zum Einfrieren, ebenfalls eine Neuheit namens "Freezies", und schon stand der Bundestagsabgeordnete an der Kasse, hinter sich eine regelrechte Kundenschlange.

Besonders positiv kam beim Bundestagsabgeordneten Heider an, dass viele Waren aus der Region kommen: Kaffee aus der Kaffeerösterei in Lüdenscheid, Naturheilsäfte aus Lüdenscheid, Fleisch und Wurst aus Plettenberg, verschiedene Senfsorten und Gewürze von Stefanie Holthaus aus Herscheid. "Und wie ist das mit dem Frische-Angebot?" "Der Metzger und Bäcker kommen täglich!" Trotz großen ehrenamtlichen Engagements sei die Personalsituation schwierig. "Unsere hauptamtliche Kraft braucht ja auch 6 Wochen Urlaub. Das ist über das Ehrenamt nicht alles darstellbar."


Matthias Heider im Gespräch mit Robert Lützenkirchen und Bettina Winkelmeyer. Foto: Horst Hassel

"Hat die Genossenschaft denn Zulauf?" wollte Matthias Heider wissen. "Der Zuspruch im Dorf für die Genossenschaft ist nicht so, wie erwartet", erzählte Robert Lützenkirchen. Man bemühe sich und hoffe, noch 30 bis 40 Genossen aufnehmen zu können. "Von den derzeit 220 Mitgliedern kauft nur die Hälfte im Dorfladen ein", so Lützenkirchen. "Es hat sich aber gebessert, seit ich auf der Generalversammlung Klartext gesprochen habe. Das ist aber noch steigerungsfähig!"

In seinem Wahlkreis gebe es vier Dorfläden, berichtete Heider, aber nur der Hüinghauser Dorfladen sei als Genossenschaft organisiert. Daraus entspann sich ein Erfahrungsaustausch über die Vor- und Nachteile von Fördervereinen als GmbH-Mitglieder und ähnlichem. Ein großes Lob sprachen die Dorfladen-Macher der Sparkasse Lüdenscheid aus. Als Vermieter unterstütze sie die Bürgeraktion gewaltig.

Der Dorfladen sei wohl auch ein Ort der Kommunikation, mutmaßte der Bundestagsabgeordnete angesichts von Tisch und Stühlen vor und in dem Ladenlokal. Das sei so, und einmal in der Woche sei sogar Klönnachmittag angesagt. Bei 400 Haushalten im Ort und einer Kaufkraft von 2 Millionen Euro/Jahr habe man sich 10 bis 15 Prozent Anteil für den Dorfladen ausgerechnet. Lützenkirchen: "Der Dorfladen müsste dadurch lebensfähig sein". Erstaunt nahm Matthias Heider zur Kenntnis, dass viele Kunden aus der Nachbarschaft kommen.


In Berlin wurde angeblich das Original erfunden, aber in Hüinghauser Dorfladen ist die "Currywurst im Glas" der Renner. Vermutlich gibt es die heute Abend im Hause Heider. Foto: Horst Hassel