Erste Online-Zeitung für Plettenberg und den Märkischen Kreis - 20.10.2014

Literaturpreis geht an den Plettenberger Udo Weinbörner
"Alfred Müller-Felsenburg-Preis für aufrechte Literatur" - Klaus Müller verliest ein Grußwort


Preisträger Udo Weinbörner

Plettenberg. Er stammt aus Plettenberg, wohnt in Meckenheim, und hat sich als Schriftsteller einen Namen gemacht: Udo Weinbörner. Ihm wird am 23. Oktober um 11 in Unna in den Räumen des Westf. Literaturbürs der "Alfred Müller-Felsenburg-Preis für aufrechte Literatur" verliehen. Die Preisverleihung im Rahmen des Projekts "literaturland westfalen" nimmt Pit Böhle vor, Geschäftsführer des Westf. Literaturbüros. Ein Grußwort spricht Plettenbergs Bürgermeister Klaus Müller, der von seiner Stellvertreterin Martina Reinhold begleitet wird. Die Laudatio hält Rudolf Damm aus Hagen.

Auf Vorschlag des Bochumer Lyrikers Michael Starcke erhält Udo Weinbörner in diesem Jahr den "Alfred Müller-Felsenburg-Preis für aufrechte Literatur". Der Preis erinnert an den Schriftsteller Alfred Müller-Felsenburg (1926-2007). Er war ein Vielschreiber und verfasste mehr als 80 eigene Werke, Beiträge in über 150 Anthologien, unzählbare Zeitungsberichte. Der nicht dotierte Preis wird seit 1988 jährlich von einer Fachjury und dem LiteraturPortal www.lyrikwelt.de vergeben. Mit Udo Weinbörner (55) wird ein Romanschriftsteller und Dichter ausgezeichnet, "dessen Bücher und historische Romane neue Maßstäbe setzen", heißt es in einem Auszug aus der Begründung der Jury. Udo Weinbörner arbeitete von 1984 bis 2006 als Referent im Bundesjustizministerium und als Referatsleiter im Bundesamt für Justiz in Bonn.

Udo Weinbörner wird aus seinem Roman "Georg Büchner/Das Herz so rot" und aus dem Gedichtband "Zart will ich dich berühren" lesen. Letzterer enthält auf 150 Seiten eine Gedichtauswahl aus 30 Jahren (Universitätsverlag Brockmeyer, Bochum, handsignierte limitierte Auflage, 11,90 Euro). Zusammen mit den Bildern des Werler Fotografen Gerhard Notzem ein Leseereignis und das Buch ein Liebhaberstück zugleich.

Die jetzt vorliegenden Liebesgedichte, Zeitgedichte, Gedichte vom Glauben und Heimatgedichte sind thematischen Schwerpunkten zugeordnet und auf eine spannende und höchst anspruchsvolle Art unterschiedlich. Der Lyrikband bezaubert bei den Liebesgedichten mit einfühlsamen Metaphern, scheut dabei oft auch nicht Reim und Versmaß. Viele der Gedichte sind inzwischen nicht von ungefähr bereits vertont. Soziales Engagement, experimentelle Lyrik und Gedichte in der Tradition der Literatur der Arbeitswelt zeigen im anschließenden Kapitel einen Dichter, der alltagssprachenmächtig nicht im Elfenbeinturm wohnt. Sehr persönliche Eindrücke eröffnen sich dem Leser in den Glaubensgedichten und in den in ihrer Art ganz besonderen Gedichten über den Geburtsort Plettenberg in Westfalen.

Udo Weinbörner *1959 in Plettenberg (Westfalen), lebt in Meckenheim bei Bonn. Er ist Autor von zahlreichen Sachbüchern und Romanen. 2005 erschien sein erfolgreicher historischer Roman „Schiller/Der Roman", 2010 der Roman „Der General des Bey/Das abenteuerliche Leben des Amrumer Schiffsjungen Hark Olufs", und 2013 der Roman „Georg Büchner/Das Herz so rot" und die Erzählungen „Goethe, Schiller & Company": 1985 publizierte er, seinen erster Gedichtband „Goethe ade". Weinbörner wurde 2014 mit dem 'Alfred- Müller-Felsenburg-Preis-für aufrechte Literatur"ausgezeichnet.

Gerhard Notzem, im Hauptberuf Psychologe, wohnt in Werl und macht Fotos seit 50 Jahren. Er ist immer noch ein Fan der analogen Fotografie, er benutzt aber auch Digitalkameras. Gerhard Notzems fotografischer Stil ist narrativ, er erzählt eine Geschichte. 1967 hat Gerhard Notzem den Europa-Jugend-Preis für Foto und Film in der Kategorie Diapositive gewonnen. Danach folgten noch zahlreiche weitere Auszeichnungen. Während seines Hochschulstudiums hat er als Fotograf in einem Werbestudio gearbeitet.