Erste Online-Zeitung für Plettenberg und den Märkischen Kreis - 31.08.2014

LESERBRIEF
Planungsfehler

Der Gesetzgeber fordert von den Städten und Gemeinden bei der Überplanung einer Fläche, diese zu prüfen und wenn sich im Bebauungsplan ein wertvolles Gehölz befindet, dieses in die Legende des Bebauungsplans aufzunehmen, es sodann zu sichern und zu schützen.

Dieses ist hier in Plettenberg bei der Überplanung des ehemaligen Wagner-Geländes nicht geschehen. Seltsam - obwohl wir eine Baumschutzsatzung haben, wird ein Baum, der einen Umfang von mehr drei Metern aufweist, nicht bei der Überplanung aufgenommen.

Im Gegenteil, der Baum wird als Grenzbaum erkoren, der, von der Bevölkerung unbemerkt, verschwinden soll. Und als die Absichten zu diesem Baum bemerkt werden, werden Schönheit, Einzigartigkeit und Alter bezweifelt und es werden haarsträubende Vergleiche gezogen - der Mammutbaum für 18,30 € von Jenau.

Verhält es sich hier eventuell so wie mit dem Luxemburger Immobilienfond, der angeblich Eigentümer des REAL- Grundstückes sein sollte, von dem uns BM Müller immer erzählte, dass man nicht an ihn herankommen könne, und der dann bei unserer Überprüfung gar nicht existierte?

Die von Herrn Bürgermeister Müller erarbeitete Sitzungsvorlage, die dem Umwelt-und Planungsausschuss vorgelegt wird, enthält auch schon wieder luxemburgische Tendenzen und reine Mutmaßungen, auf denen dann ein Sachverhalt konstruiert wird:
Der Baum sei nicht selten. Falsch. Dieser Baum ist keine Dutzendware. Es handelt sich hier, leicht nachvollziehbar, um einen der ersten in Europa gepflanzen Bäume seiner Art.
Es wird dargestellt, das Mammutbaumregister habe unlauteren Charakter, weil die Eintragung des Baumes zwei Stunden vor der schriftlichen Stellungnahme von Herrn Nieder erfolgte. Falsch.
In der Sitzungsvorlage werden Eintragungen von Mitgliedern und Nutzern auf den Internet-Seiten des Vereins „Projekt Mammutbaum“ mit dem Inhalt des Briefes von Herrn Dipl.Ing. Hans –Joachim Nieder vermischt, um dessen Aussagen zu diskreditieren.
Bewertung und Berechnungen zum Baum: Faktisch und rechnerisch nicht nachvollziehbar: 2,5 cm Wachstum pro Jahr !
Das der Empfehlung beigelegte Luftbild bietet einen weiteren Beweis: Der Mammutbaum weist bereits gegenüber den serbischen Fichten eine beachtliche Größe auf. (BM Müller bewertete hierzu bereits kürzlich: „Niedlich“) Eine unmittelbar neben dem Urwelt-Mammutbaum stehende Fichte lässt sich auf 40 Jahre zählen.
Die Planungen der GWU über die Jahre: Die neue Bebauung wurde optimiert, das Grundstück des denkmalgeschützten Hauses dagegen auf unsägliche Weise in seiner ehemaligen Großzügigkeit beschnitten.
Herr BM ist offensichtlich ein echter Allrounder, der einerseits selbst ständig Gutachten in Auftrag gibt und sich darauf bezieht und sich andererseits anmaßt, Aussagen von Sachkundigen anzuzweifeln. Kennt unser BM noch nicht einmal den Lauf der Sonne auf dem Grundstück?
Obwohl behauptet wird, dass der Besitzer der Real-Immobilie keine weitere Einschränkung seiner Einfahrt dulden möchte, liegt der Stadtverwaltung noch kein Bauantrag zur Real-Immobilie vor, der hierüber Auskunft geben könnte.

Richtig ist, dass Herr Bürgermeister Müller im Vorstand und im Aufsichtsrat des Unternehmens GWU tätig ist, dem vor einiger Zeit die Gemeinnützigkeit aberkannt wurde. Ein Befangener schreibt eine Empfehlung für einen Ausschuss, der – natürlich völlig unabhängig - über einen Sachverhalt zu entscheiden hat. Das ist eigentlich filmreif.

Karin Gutschlag und Helmut Teichert