Erste Online-Zeitung für Plettenberg und den Märkischen Kreis - 04.05.2014

Sicherer Schulweg: Die letzten Schritte geht man zu Fuß
CDU-Vorsitzende Adrian Viteritti stellt einen Antrag auf Erstellung eines Schulmobilitätsplanes


Plettenberg. Der CDU-Vorsitzende Adrian Viteritti hat einen Antrag auf Erstellung eines Schulmobilitätsplanes an Bürgermeister Klaus Müller gesandt. Darin heißt es:

In jeder Plettenberger Schulklasse gibt es Schüler, die einen besonders kurzen und sicheren Schulweg haben. Aber es gibt auch Kinder, die über viele Kreuzungen müssen und deshalb länger unterwegs sind. Damit alle Kinder sicher und mit viel Spaß zu Fuß zur Schule kommen können, gibt es den sogenannten Schulmobilitätsplan. In diesem Plan werden die Schulwege aller Kinder und Lehrer festgehalten.

Hiermit beantrage ich, stellvertretend für die CDU Fraktion im Rat der Stadt Plettenberg, die Erstellung eines Schulmobilitätsplans für alle Plettenberger Schulen. Dieser Plan soll dabei helfen, Schulwege umweltfreundlicher, sicherer und gesünder zu gestalten. Über den Plan können sich neue SchülerInnen zu Mobilitätsfragen informieren, er unterstützt diesbezügliche Kontakte mit den Eltern und ist hilfreich im Kontakt mit städtischen Ämtern. Der Plan bietet Anknüpfungspunkte für die Einbindung des Themas Mobilität in den Unterricht. Mit einem Schulwegmobilitätsplan kann die Schule Engagement in Mobilitäts- und Umweltfragen zeigen. Die Entwicklung eines Schulmobilitätsplanes besteht beispielsweise aus folgenden Schritten.

Schritt 1
Zuerst wird ermittelt, wie Schüler und Lehrer zur Schule kommen. Dazu benötigt man eine Umgebungskarte der Schule (evtl. größer kopiert), auf der alle Schulnutzer ihre Schulwege mit farbigen Stecknadeln markieren. Für jedes Verkehrsmittel wird eine andere Farbe benutzt (Zu Fuß: grün; Fahrrad: blau; Bus und Bahn: gelb; Auto: rot). Die Karte wird zentral im Schulhaus ausgehängt. Die Erstellung der Schulwegekarte kann durch eine Fragebogenaktion ergänzt werden, um detailliertere Informationen zum Schulweg zu erhalten, z.B. Gründe für die Verkehrsmittelwahl oder Wünsche und Hemmnisse.

Schritt 2
Ein Verkehrswege-Team analysiert die Schulwegekarte und gegebenenfalls die Umfrageergebnisse. Bei Bedarf macht das Team Vorschläge zur Verbesserung der Situation. Beispielvorschläge:
• Zu Fuß: Einrichtungen von organisierten, begleiteten Fußgängergemeinschaften (Walking Bus) für jüngere Schüler; Erstellung einer Karte mit „Grünen Schleichwegen“; Einrichten eines autofreien Eingangsbereiches zur Schule.
• Fahrrad: Errichtung zweckmäßiger Fahrradabstellplätze; Angebot von Fahrradtraining und Fahrradtouren; Einrichten einer Fahrradwerkstatt.
• Bus und Bahn: Aushängen von Fahrplänen im Schulgebäude; Abstimmung von Unterrichtsbeginn und -ende mit den Abfahrtszeiten; Besuch einer „Busschule“.
• Auto: Einrichten einer „Elternhaltestelle“, an denen das Ein- und Aussteigen in die Autos der Eltern gefahrlos möglich ist; Elternbrief mit der Anregung für einen Schulweg mit dem Umweltverbund (Gehen, Rad fahren, Bus und Bahn).

Schritt 3
Nach Abstimmung mit der Schulleitung, in der Gesamtlehrerkonferenz und in der Schülerverwaltung wird der Schulwegeplan erstellt. Dabei handelt es sich um einen kurzen Bericht, in dem die Untersuchung, Planung sowie Maßnahmen und Aktionen dokumentiert werden. Zum Schulmobilitätsplan gehört auch die Planung, wie Schulwege verändert werden könnten. So ist z.B. die Verkehrsführung am Schulzentrum in Böddinghausen zu überdenken. Sind Kreisel an Schulzentren sinnvolle Alternativen für Ampelanlagen, die zu Stoßzeiten die Staubildung noch fördern?


Auch das Thema Elternhaltestellen ist dabei ein zentraler Aspekt, der bei den weiteren Planungen berücksichtigt werden soll.