Quelle: WR Plettenberg vom 18.05.1987

Reichsbund Ortsgruppe feierte:
Seit 40 Jahren im Dienst am
Nächsten streitbar engagiert

Plettenberg. (jam) Wenn wir das gewußt hätten, hätten wir die Schützenhalle gemietet", scherzte Vorsitzender Heinz Dörr angesichts des Andrangs. Buchstäblich bis auf den letzten Stuhl besetzt war der Versammlungsraum im AWo-Haus, wo sich der Reichsbund am Samstag zur Jahreshauptversammlung traf. Gleichzeitig wurde das 40jährige Bestehen der Ortsgruppe Plettenberg gefeiert. Gründungstag war der 1. April 1947. Heinz Dörr hieß unter den Besuchern besonders den Kreisvorsitzenden Vogel und Ehrenvorsitzenden Heinz Kallweit willkommen.

40 Jahre Reichsbund in Plettenberg - das sind 40 Jahre Arbeit im Dienst am Nächsten", machte Heinz Dörr in seinem historischen Rückblick deutlich.

Rund 100 Personen hatten sich seinerzeit zur Gründungsversammlung zusammengefunden, bei der H. Stukenbrock zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde. Trotz Problemen mit den britischen Militärbehörden und bei der Erfassung der Mitglieder nahm die Ortsgruppe schon bald einen beträchtlichen Aufschwung. 1952, als Stukenbrock ausschied und seine Amtsgeschäfte an Heinz Kallweit übergingen, konnten schon fast 600 Mitglieder gezählt werden. Damals war die große Weihnachtsfeier in der Schützenhalle schon zu einer festen Institution geworden.

Aus beruflichen Gründen trat Kallweit 1954 zurück und Otto Schröder wurde 1. Vorsitzender, um das Amt 1961 abermals an Heinz Kallweit zu übergeben. Die Mitgliederzahl stieg bis 1962 auf knapp 1.100 in die Höhe.

Allein die Summe von 138.000 Mark an Nachzahlungen, die im Jahre 1964 vom Reichsbund erkämpft wurde, läßt deutlich werden, welchen Verdienst sich die Organisation in all den Jahren erworben hat.

1979 kam eine abermalige Zäsur, als Heinz Kallweit aus gesundheitlichen Gründen den Vorsitz in die Hände von Heinz Dörr legte. In Anerkennung seiner Verdienste ernannten die Mitglieder Heinz Kallweit zum Ehrenvorsitzenden.

2. Vorsitzender Friedrich Kampmann hatte zu Beginn der Hauptversammlung noch einmal die Ereignisse des letzten Jahres Revue passierem lassen. So sei die montägliche Beratungsstunde von insgesamt 312 Personen in Anspruch genommen worden. Unter anderem sei es gelungen, insgesamt 32.700 DM an Nachzahlungen für die Ratsuchenden zu erwirken. Weiterhin habe der Reichsbund 24 Kuren vermitteln können.

Herausragendes Ereignis sei die Tagesfahrt nach Bonn und Königswinter gewesen, die bei den Mitreisenden einen bleibenden Eindruck hinterlassen habe. Kampmanns Dank galt Kassierer Siegfried Switaiski, der die Fahrt mustergültig organisiert habe. Überaus gelungen gewesen sei auch die tradionelle Weihnachtsfeier mit über 500 Besuchern. Die Frauengruppe habe maßgeblich zum Erfolg beigetragen.

In Vertretung von Frauenbetreuerin Edeltraut Wagenführ berichtete Maria Schwesig über die Arbeit der Reichsbund-Frauen, die im Heimathaus am Kirchplatz ein neues Domizil gefunden haben. Da die Räume nicht immer zur Verfügung gestanden hätten, sei es 1986 bei sechs Zusammenkünften geblieben. Nach dem guten Erfolg der Nachmittagsfahrt - Ziel war die Gruga in Essen - solle auch in diesem Jahr wieder ein Ausflug stattfinden.

Ein positives Bild gab der gewohnt detaillierte Finanzbericht von Kassierer Siegfried Switaiski. Der Bestand von 655 Mitgliedern (Anfang 1986) habe trotz Tod und Wegzug von insgesamt 39 Mitgliedern durch Neueintritte und die Angliederung der 24 Köpfe zählende Ortsgruppe Oestertal annähernd gehalten werden können, sagte Switaiski. Anerkennung zollte er den Hauskassierern, die unermüdlich für das pünktliche Eintreffen der Beiträge sorgten und den Kontakt zu den Mitgliedern lebendig hielten. (Die WR wird noch berichten)


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