Polizeidiener in Plettenberg sind nach bisher
vorgefundenen Urkunden und Berichten gewesen:
Caspar Heinrich Conrads aus Iserlohn (1822-1825), Peter
Moritz Kümmel (1825-1830), Rudolph Kayser (1830-1831), Rogge aus Hattingen
(1831-1839 für Stadt u. Amt, 1839-1841 für die Stadt), Gottlieb Sommer aus
Scheren/Harlingen (1840), Caspar Heinrich Arens aus Hamm (1840), Heinr.
Solms (1842-1863), P. W. Schröder (1844); Wilhelm Basse aus
Niedernberg/Menden (1844); Aug. Solms (1864-1870); Wachtmeister Pohle.
Untergebracht war die Polizei seit ihrer Einrichtung im
Jahre 1735 vermutlich zunächst im März 1745 fertiggestellten
Rathaus-Neubau auf dem Alten Markt in der Stadtmitte. 1828 verkaufte die
Stadt ihr Rathaus an den Bischof von Paderborn, der es zu einer Kath.
Kirche umbaute (St.-Laurentius-Kirche). An der Wilhelmstraße baute sich
die Stadt 1828 ein neues Rathaus, das im Erdgeschoß über zwei
Gefängniszellen verfügte.
Bis zum Jahre 1936 hatte die Polizei ihr Domizil in
diesem Rathaus (später Haus Klumpe, Bahnhofstraße). Dann kaufte die Stadt
von den Erben Hanebeck an der Wilhelmstraße 29 ein Gebäude und baute es
zum neuen Rathaus (heute das sogenannte "Alte Rathaus”, in dem das
Stadtarchiv untergebracht ist) um. Am 30.01.1937 wurde das Rathaus
eingeweiht. Hier war die Polizei im Erdgeschoß in zwei Räumen
untergebracht.
Im Jahre 1932/33 wurde der Exekutivdienst in Plettenberg
von einem Polizeimeister und 6 Polizei-Hauptwachtmeistern durchgeführt;
der Polizeibezirk ist in 6 Reviere aufgeteilt, die je einem Polizeibeamten
zugeteilt sind. Ab dem 01.10.1932 gab es einen Nachtdienst durch zwei
Beamte sowie eine Besetzung der Polizeiwache rund um die Uhr (bis Oktober
1935).
Von März bis August 1933 wurde eine Hilfspolizei zum
Dienst herangezogen. Am 15.05.1935 erfolgte in Plettenberg die Einführung
der gebührenpflichtigen Verwarnung.
Bei Ausbruch des II. Weltkrieges am 01.09.1939 hatte die
Plettenberger Schutzpolizei eine Stärke von 1/9, hinzu kamen 4
Gendarmerie-Beamte in den ländlichen Stadtbereichen. Während des II.
Weltkrieges standen der Polizei rund 300 Mann aus dem Bereich
Feuerlöschtrupp, Entgiftungstrupp, Instandsetzungstrupp, Sanitätstrupp,
Veterinärtrupp und Fachdienste für Gas, Wasser, Kanalisation zur
Verfügung.
Mit dem Einmarsch der Amerikaner am 13. April 1945 wurden
die Polizeibeamten gefangengenommen und interniert, der Polizeidienst
wurde durch zunächst rd. 50 Zivilisten, die durch eine weiße Armbinde
gekennzeichnet waren, versehen. Im Juli 1945 - die amerikanischen Truppen
waren durch die britische Militärregierung mit Sitz in Iserlohn abgelöst worden -
waren noch 23 Hilfspolizisten im Dienst.
Durch Anordnung der britischen Militärregierung vom 25.09.1945 wurde
mit der Neuorganisation der Polizei begonnen: Schutzpolizei, Gendarmerie
und Kriminalpolizei wurden zu einer Einheitspolizei zusammengefaßt, die
Aufgaben der bisherigen Verwaltungspolizei wurden der Verwaltung
übertragen. 59 Bewerbungen gingen für die 20 vorgesehenen Polizei-Stellen
ein, wobei festgelegt worden war, daß nur Bewerber im Alter zwischen 25
und 35 Jahren berücksichtigt werden. Eine Festanstellung der
Polizeibeamten erfolgte nicht, um die Rückkehr ehemaliger (noch
kriegsgefangener) Polizeibeamte zu ermöglichen.
Anfang 1946 wurde die Polizeistärke auf 16 Beamte
festgesetzt. Die Polizeiwache befand sich im Rathaus (heute Altes Rathaus)
an der damaligen Wilhelmstraße (heute Bahnhofstraße).
In den 50er und 60er Jahren
gab es in verschiedenen Plettenberger Ortsteilen "Polizei-Dienststellen”.
Diese Dienststellen befanden sich in der Regel unmittelbar in der Wohnung
der Polizeibeamten. Äußerlich für die Bürger erkennbar waren die
Polizei-Dienststellen ausgeschildert. Jeder Dienststellen-Leiter war für
den unmittelbaren Einzugsbereich seiner Dienststelle zuständig.
Am 05.01.1965 zieht die Polizei zieht
vom Rathaus an der Wilhelmstraße in ihr neues, vom Land angemietetes
Domizil an der Zeppelinstraße um (Haus Siepmann-Hücking). Hier hat man
endlich einmal ein Domizil, das nahezu allein von der Polizei genutzt
wird. Am 21.06.1994 erfolgt die offizielle Einweihung des neuen
Polizeigebäudes an der Wallumgehung. Auch dieser Neubau ist vom Land von
einem privaten Bauträger angemietet. Hier bekommt die Plettenberger
Polizei zum ersten Mal seit ihrer Einführung im Jahre 1735 ein Gebäude,
das allein für die Zwecke der Polizei errichtet wurde und auch nur von ihr
genutzt wird.
Seit 1980 beteiligt sich die Polizei am
"Seniorenspaß plus Sicherheit". Seit April 1994 läuft der Polizei-Notruf
110 in der Kreisleitstelle Iserlohn auf. Im Juli 1994 übernimmt Georg Sahr
die Leitung der neu eingerichteten "Polizei-Inspektion 4”. Am 01.01.1995
wird Plettenbergs neue Polizeiwache auch Standort der "Polizei-Inspektion
4”. Die Einführung einer "Mobilen Polizeiwache", ein Kleinbus, mit dem
eigens dafür abgestellte Bezirksbeamte in die einzelnen Ortsteile fahren
und sich die Sorgen und Nöte der Bürger vor Ort anhören, erfolgte am
01.01.1995.
Polizeibeamte:
Leiter der Exekutivpolizei Polizeimeister Lange (bis 31.05.1934);
Polizeihauptwachtmeister Wilhelm Becker (1907-30.09.1932); Albert
Düsselbach (01.10.1932-?), Johann Keller (01.10.1932-?), Gottlieb Bastek
(01.10.1932-31.12.1934), Polizeihauptwachtmeister Dorsch (?-30.05.1935);
Polizeihauptwachtmeister Wellner (01.08.1936-15.01.1937),
Hauptwachtmeister Merz (01.02.1937-?), Polizeihauptwachtmeister Hecker -
er schied 1937 nach einem Disziplinarverfahren zwangsweise aus dem
Polizeidienst aus, bewarb sich 1945 mehrfach, wurde aber nicht wieder
eingestellt; Pol.-Oberwachtmeister Möllenhoff (01.05.1937-01.09.1937),
Erich Röhrig (01.01.1938-?), Pol.-Oberwachtmeister Hermann Harder
(01.07.1937-?); Polizeikommissar Erich Moleck (-30.09.1960), Polizeimeister
Maischak (-30.09.1960), Karl-Wilhelm Witte, Fritz
Hammer (15.05.1946-26.06.1986), Werner Nolde, Heinz Glaeser,
Albert Kramer, Alfons Herbst (1975-), Ralf Spies, Josef Volpert, Mehlhorn,
Heinrich Rüsche, Jürgen Henke, Günter Pooch, Kurt Kudera (1976-),
Christoph Schädle (1972-), Felix Klein, Heinz Tusch, Werner Irmer, Horst
Klages, Wolfgang Radtke, Robert Schmidt-Prinz (*16.10.1922 23.09.2001), Gerhard Padberg, Walter
Dasberg, Gerd Mergenthaler, Wolfgang Mohr, Hans-Jürgen Stoßberger
(1968-1995), Norbert Willeke, Michael Feldmann, Wolfgang Böhm, Dieter
Tumbrock, Alexander Rother, Heinz-Günter Schreiber, Gaby Lingemann,
Manfred Strobel (07.1983-), Manfred Töpfer, Dietmar Rinscheid (1983-),
Andreas Emde (1983-), Manfred Beimborn (1983-), Andreas Barnewitz (1983-),
Reimund Lemke (1983-), Eiben, Fred Waschek (01.04.1980-), Hartmut Schulte
(01.04.1982-), Wilmes, Andreas Patry (1993- ), Ludger Wulf (1994-), Thomas
Fürst (1994-), Raimund Haase (1994-), Jürgen Große (1994-); Andreas
Lindenau (1996-); Christoph Flesch (1996-); seit 01.09.1998: Werner-G.
Wittkämper (Overath), Jörg Schlünder (Balve), Nicole Baberg (Plettenberg),
Stephan Haase (Hagen), Hubertus Schröder (Attendorn-Ennest), Regina
Schlemann (Meinerzhagen), Birgit Sabolik (Wuppertal), Alexander Fall
(Wuppertal) und Christian Schulte (Plettenberg); Leiter der Wache:
Moleck, Heinz Knappe, Jürgen Henke (-1998), Hermann Knoke (1999-)
Kriminalpolizei: Werner Weth,
Zündorff, Manfred Nitschke (1980-1981), Georg Sahr (1977, 1980, 1981-, ),
Herrmann Reinirkens (1989-1995), Klaus Becker, M. Becker, Baumeister,
Piontek,