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Historische Wappen - Wem gehören sie?
Mitglied der 75th Inf Div nahm sie als Souvenir mit - Anonym aus den USA zurückgeschickt
Von Horst Hassel
Amerikanische Truppen, hier die Mitglieder der 75th Infanterie Division
der US Army, marschierten am 12./13. April 1945 in Plettenberg ein, blieben
dann noch als Stadtkommandanten bis 6. Juni 1945 mit einer Einheit in der
Vier-Täler-Stadt. Zur Erinnerung nahmen sie sich als Souvenir nicht nur
drei historische Fahnen der Plettenberger Schützengesellschaft (Fahnensuche), sondern
auch Kameras, Fotos, Uhren, Kleiderbügel und anderes mehr mit. Anlässlich
des Jahrestreffens der "75th Inf. Div. Veterans Association", also der
Veteranen-Vereinigung der 75th Inf Div, war der jetzige Oberst der Plettenberger
Schützengesellschaft, Rolf G. Wilmink, am 30. Juni 1995 in Atlanta/USA.
Er bat um Hinweise auf die verschwundenen Schützenfahnen. Die gab es
leider nicht, dafür aber kam wenig später anonym ein Päckchen aus den USA.
Der Inhalt: Wunderschöne gestickte Wappen.
Diese Wappen hatte ein US-Soldat im Frühjahr 1945 als Souvenir aus dem
Sauerland mitgenommen. Da er sie anonym zurücksandte, fehlt ein Hinweis
darauf, wo diese Wappen vorher ausgestellt waren. Vermutlich wurden sie
aus einem Schloss, einem Kloster, einem adeligen Haus oder einem Museum entwendet.
Die Spur könnte zur Familie von Westfalen führen. Das Textfeld von
1581 enthält einen Hinweis auf die Witwe des paderbornischen Landdrosten
von Westfalen. Hier die genealogischen Fakten (ein herzliches Dankeschön
gilt Tobias A. Kemper, der unsere falschen Daten korrigiert hat, sowie allen
anderen, die inzwischen zur Lösung der Wappenfragen beigetragen haben):
1 Raban von Westfalen 1623
2 Friedrich von Westfalen
3 Klara von Meschede
4 Raban von Westfalen
5 Helene von Hörde
6 Gerd von Meschede
7 Anna von Westfalen
8 Heinrich von Westfalen
9 Eilike Rabe von Pappenheim
10 Philipp von Hörde
11 Anna von Nesselrode
12 Heinrich von Meschede
13 Anna von Bruch
14 Jost von Westfalen
15 Elisabeth Spiegel von Peckelsheim
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Zu den Wappen könnten Beschriftungen gehört haben, die auf die Namen
Westfalen, Hoerde, Möllenbeck, Elven, Brouch, Messchjt, Orre lauten.
Auch diese Namen sind mit goldenen Fäden umwirkt. Denkbar ist, dass
die Wappen, die auf der Rückseite aufgeklebte Zahlen aufweisen,
zu einem Gesamtbild auf einer Unterlage aufgenäht waren, bevor
sie der amerikanische Souvenirjäger davon abgetrennt hat.
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Tobias Kemper klärt weiter auf:
8 Westphalen: oben links
9 Rabe von Pappenheim: 2. von unten, rechts (sprechend!)
10 Hörde: evtl. 2. von unten, links (fünfspeichiges Rad)
11 Nesselrode: unklar (unten rechts oder 2. von oben links?)
12 Meschede: oben rechts (in Gold ein roter Sparren)
13 Bruch: 2. von oben, rechts (Hund, Schindeln)
14 Westphalen: unklar (unten rechts oder 2. von oben links?)
15 Spiegel: unten links, wie Rüdiger schon schrieb
Zwei Wappen bleiben zu prüfen - wohl "Orre" und "Elven", vgl. Inschriften.
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Wer kann weitere Hinweise zu den Wappen geben? Wer weiß, wo
im März/April 1945 solche Wappen verschwunden sind?
Hinweise bitte an info@plbg.de.
"De etteln vnd vel dogentsam Frawen klar geboren von Messet des
ettele vnd errenfest Frederich Westfalen selger potelbornischen
Landdrost nachgelassen Witwe hat das eren Sohn Rafen vereret
im Jahr MD81"
Von Dipl.-Ing. Michael Jolk (Zentralverwaltung und Forstamt des
Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen) kommt nachfolgendeTransskription:
"Die edle und vieltugendsame Frau Klara geborene
von Messet [=Meschede], des edlen und ehrenfesten Friedrich Westphalen,
seliger Paderbornischer Landdrost nachgelassener Witwe, hat das
Ehren[Zeichen] Sohn Rafen [= Raban] verehret im Jahr 1581".
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von Hoerde
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Rabe von Pappenheim
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von Spiegel
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von Elben
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Dank auch an Rüdiger Bier. Er schreibt: das Wappen unten links
gehört zur Familie von Spiegel
http://de.wikipedia.org/wiki/Spiegel_(Adelsgeschlecht).
Das Stammwappen zeigt in Rot drei (2:1) runde gold gerahmte silberne Spiegel.
Von Christian Gödde kommt dankenswerterweise folgende Ergänzung:
"Das Wappen mit dem Pferd gehörte zur Familie Möllenbeck (siehe Nr. 29) - mit
Ermgard starb die Familie aus. Zur Familie Bruch gehört der springende Hund
begleitet von Sternen, Hörde (erweitert und geviert) zeigt zwei Hunde, zwei
Räder und den Herzschild mit roter Rose als Stammwappen. Dann folgen die von
Papenheim, die Spiegel und die von Elben: stark gekrümmtes Aststück, dessen
Enden in Lilien auslaufen. Der Name "Orre" ist Oer (siehe Nr. 25) mit dem
berühmten westfälischen Dehnungs-E."
Angefügt hat er eine Erweiterung der genealogischen Daten:
1 Raban von Westphalen (1623)
2 Friedrich von Westphalen zu Lichtenau (vor 1577)
3 Klara von Meschede zu Oberalme (nach 1577)
4 Raban von Westphalen (Drost zu Lichtenau und Wünneberg, nach 1538)
5 Helene von Hörde zu Boke
6 Gerd von Meschede zu Oberalme ( vor 01.08.1589)
7 Anna von Westfalen zu Fürstenberg
8 Heinrich von Westphalen zu Lichtenau und Fürstenberg ( um 1513)
9 Eilike (Ulrike) Rabe von Papenheim ( um 1541)
10 Philipp von Hörde zu Boke ( 28.07.1510)
11 Anna von Nesselrode zu Ereshoven ( vor 1494)
12 Heinrich von Meschede zu Oberalme ( nach 03.04.1514)
13 Anna von Bruch zu Bruch ( nach 22.01.1515)
14 Jost von Westphalen zu Fürstenberg (vor 01.02.1545)
15 Elisabeth Spiegel zum Desenberg ( nach 1545)
16 Wilhelm von Westphalen ( um 1459)
17 Christine von Quernheim ( nach 1459)
18 Friedrich Rabe von Papenheim ( um 1471)
19 Eilike (Ulrike) von Hertingshausen ( um 1457)
20 Bernhard von Hörde ( nach 1473)
21 Margarethe von Hanxleden oder Godeke von Reden
22 Johann von Nesselrode ( 1508)
23 Helena Bock von Palsterkamp ( um 1500)
24 Diedrich von Meschede zu Oberalme (27.05.1496, Eheberedung 1438)
25 Johanna von Oer zu Kakesbeck ( nach 24.12.1480)
26 Everhard von Bruch zu Bruch ( vor 1518)
27 Jutta von Gleuel ( vor 1518)
28 Lubbert von Westphalen ( 1473)
29 Ermgard von Möllenbeck (nach 1524)
30 Gerhard von Spiegel zum Desenberg (* um 1430, 1491/1495)
31 Agnes (Anna) von Elben zu Elberberg ( vor 1485)
Übrigens: Der Spitzname der 75th Inf Div, der jüngsten amerikanischen Kampfdivision, war
"Diaper Division" - Windel-Division.
Fotos: © Horst Hassel Wappen:Rolf Wilmink (mkw-security)
Einzigartige Feinarbeit im Zehntel-Millimeter-Bereich

Die Krone des Raben zeigt im Vergleich mit dem daneben liegenden cm/mm-Maß,
wie filigran die Verarbeitung der Goldfäden ist: Nur wenige Zehntelmillimeter
stark, wurde der Faden noch zu winzigen Drahtröllchen gewickelt und dann
als Verzierung aufgebracht. Foto: Rolf Wilmink

Auch diese Detail-Aufnahme belegt, welches handwerkliche Können für eine
derartige Verarbeitung und Gestaltung der Wappen erforderlich war. Um
die winzigen Verzierungen am Wappenstoff anbringen zu können, muss ja ein
noch dünnerer, hier nicht sichtbarer Faden verwendet worden sein. Foto: Rolf Wilmink


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