Pressespiegel: Vage Hoffnung für das alte Postamt am Maiplatz (09.02.2013)


Quelle: Sonderbeilage "75 Jahre Süderländer Tageblatt" - 1880-1955; dieser Artikel von Oberpostmeister Wilhelm Koch wurde anlässlich des 75jährigen Geschäftsjubiläums des "Süderländer Tageblatt" im Jahre 1955 veröffentlicht.


Als das Postamt in Eiringhausen (li.) noch "Kaiserlich" war.

Die Plettenberger Post von
1800 bis zur Gegenwart

von Oberpostmeister Wilhelm Koch, Plettenberg

Plettenberg. Der genaue Zeitpunkt der Errichtung einer Postanstalt in Plettenberg lässt sich heute nicht mehr ermitteln, weil Aufzeichnungen hierüber nur noch lückenhaft vorhanden sind. Vor 1800 bestand ein Westfälisch-Sauerländischer Postcours der Thurn- und Taxisschen Reichspost. Plettenberg wurde dabei wahrscheinlich durchfahren und Posten befördert, wenn auch unregelmäßig.

Fest steht, dass Briefe aus unserer Gegend durch Boten nach Hagen oder Iserlohn gebracht wurden; von Hagen aus war Anschluss an die durchgehende Post aus dem Ennepetal nach Hamm, von Iserlohn bestand Verbindung an die sogenannte "binner" Post. Die Gemeinden hatten kleinere Summen zu den Postboten-Gehältern aufzubringen. 1818 kam schon ein reitender Bote von Iserlohn nach Plettenberg. Briefe wurden durch den Postverwalter, später auch durch den Postdiener zugestellt. Bis zur französischen Fremdherrschaft war das Briefporto gering. Von Plettenberg trug der Postbote wöchentlich zweimal die Briefe im Tornister nach Herscheid. Nach Ohle kam der Briefträger wöchentlich nur einmal.

1832 verkehrte wöchentlich zweimal eine Fahr-(Karriol-)Post zwischen Lüdenscheid - Herscheid - Plettenberg. Wer diesen Karren in den vielen Hohlstraßen durch Berg und Tal benutzte, kam oft strapaziert oder krank am Ziel seiner Reise an. Über einen Ausbau der Wegstrecke Werdohl - Ohle - Plettenberg - Attendorn - Olpe verhandelte am 30. Jan. 1832 auf Veranlassung der Regierung der Bürgermeister Ulrich mit den Gemeinderäten von Stadt und Land und den Fabrikinhabern.

Die genannte Wegstrecke sollte zu einer Chausseestraße ausgebaut werden, um damit eine Verbindung mit der Frankfurter und Koblenzer Heerstraße zu erreichen. Nach einem Bericht des hiesigen Postexpediteurs Geck vom 5. Aug. 1836 an den hiesigen Bürgermeister Aubel äußerte der Postinspektor Strehlow bei seiner Anwesenheit aus Soest hierorts, dass er die Absicht habe, dem hohen Generalpostamt zu Berlin die Einrichtung einer Karriolpost von Plettenberg nach Allendorf in Verbindung von dort mit der Fahrpost nach Arnsberg vorzuschlagen. Nach Erkundigungen sollte aber der Weg von Plettenberg nach Allendorf so schlecht und zudem auch so gefährlich sein, dass es nicht ratsam sei, hier eine Post fahren zu lassen. Auch bemerkte Strehlow, dass beantragt sei, statt der erwähnten Karriolpost nach Vollendung des Brückenbaus über die Lenne unweit Habbecke (bei Finnentrop) eine Fahrpost von Allendorf direkt nach Attendorn einzurichten.

Geck regte nun an, dass die Kommunen Allendorf und Plettenberg gemeinsam einen Polizeiweg von Plettenberg nach Allendorf legen möchten, damit die Fahrpost auf dieser Strecke anstatt von Allendorf nach Attendorn eingerichtet würde. Alle Pläne konnten aus Mangel an Geld zunächst nicht durchgeführt werden. Wenige Jahre später, im Jahre 1841, verkehrte jedoch in der Tat eine tägliche Personenpost zwischen Plettenberg und Allendorf und außerdem je eine tägliche Personenpost und Botenpost zwischen Plettenberg und Herscheid.

Im Jahre 1844 wurde die wöchentlich zweimal verkehrende Karriol- und Botenpost zwischen Plettenberg und Altena aufgehoben; an deren Stelle trat eine tägliche 2-spännnige Personenpost mit 4-sitzigem Wagen (ab Altena 1 Uhr mittags, ab Plettenberg 8 Uhr morgens). Die Fahrt dauerte drei Stunden und zehn Minuten und kostete 6 Silbergroschen pro Meile. Gepäck bis 30 Pfd. war frei. In Altena war Anschluss nach Lüdenscheid, Iserlohn und Grüne und dann auch nach Elberfeld. Nach dem Ausbau der Lennestraße Altena - Siegen im Jahre 1845 wurde die Personenpost Altena- Plettenberg bis Siegen durchgeführt, ab 1. Nov. 1850 nur noch bis Kreuztal und zwar sieben mal wöchentlich hin und zurück.

Vom 1. März 1865 bis 1. Mai 1866 verkehrte täglich eine viersitzige Personenpost von Plettenberg über Sundern nach Arnsberg und über Sundern nach Meschede. Am 1. Mai 1866 wurde unter Aufhebung der ersteren Post täglich eine viersitzige Personenpost zwischen Plettenberg und Neheim über Allendorf und Sundern eingerichtet. Vom 1. April 1867 bis Ende 1872 ging täglich eine viersitzige Personenpost zwischen Plettenberg und Sundern (ab 1.1.1873 nur bis Allendorf), die mit Ablauf des 30. April 1911 ihren Betrieb einstellte.

Die Landorte um Plettenberg wurden im Jahre 1845 zweimal wöchentlich begangen; erst nach Einstellung eines zweiten Landbriefträgers im Jahre 1861 wurden die Landorte sechsmal zugestellt. Vom Jahre 1887 ab wurde der Landzustelldienst mit 5 Landbriefträgern (darunter einem mit Fuhrwerk) ausgeführt, wobei 42 Orte täglich einmal und 30 Orte täglich zweimal begangen wurden. Die 5 Landbriefträger legten damals jährlich eine Strecke von 45.063 km zurück. Heute bestehen beim Postamt 1 nur zwei Landzustellbezirke, weil einmal die Ortsbezirke sich im Laufe der Jahrzehnte wesentlich vergrößert haben und zum anderen nach Einrichtung des Postkraftverkehrs am 1. Nov. 1933 im Else- und Oestertal sowie nach Errichtung von Zweigpostämtern, Postagenturen und Poststellen die dort beschäftigten Kräfte den Landzustelldienst versehen.


Das Postamt Oesterau (Gördesmann; rechts die Gaststätte Bauckhage)

Im Bereich des Postamtes Plettenberg einschließlich Zweigpostämtern und Poststellen bestehen zur Zeit 15 Landzustellbezirke, in denen die Zusteller jährlich 78.300 km zurücklegen. Die am 1. Juni 1850 dreimal wöchentlich verkehrende Personenpost von Plettenberg über Herscheid nach Lüdenscheid wurde 1871 nur noch bis Herscheid, jedoch mit täglich zweimaliger Fahrt, durchgeführt. Vom Jahre 1892 ab verkehrte sie nur täglich.


Am 7. Juli 1915 ertönte vor dem Postamt an der Wilhelmstraße (vorne rechts) zum letzten Mal das Posthorn. Die Postkutsche nach Herscheid wurde durch die Bahnlinie Plettenberg-Herscheid abgelöst.

Ein Abschnitt der Romantik gehörte der Vergangenheit an, als am 7. Juli 1915 von der Postkutsche zum letzten Mal das Posthorn ertönte. Die um jene Zeit gebaute Eisenbahn Plettenberg - Herscheid wurde nunmehr zur Postbeförderung benutzt. Bis Wiesenthal stand ein Postabteil der im Jahre 1896 gegründeten Straßenbahn zur Verfügung. Mit der Einrichtung der Landkraftpostlinie am 1. Nov. 1933 durch das Oester- und Elsetal wurden die an dieser Strecke gelegenen Postanstalten durch Kraftwagen postalisch versorgt, wie es auch heute noch der Fall ist (seit dem 1. Aug. 1955 täglich zweimal). Daneben kann der Kraftwagen (ein 1,5 t Opel-Blitz) noch bis zu 5 Personen befördern.

Bis zum Jahre 1874 besaß die Plettenberger Post kein eigenes Heim, sondern mußte sich mit dem jeweiligen vom Amtsvorsteher hergegebenen Räumen begnügen. Im genannten Jahr baute der Posthalter Schulte für Postdienstzwecke ein dreistöckiges Gebäude in der Wilhelmstraße 253 - jetzt Geschäftshaus von Walter Tusch (Wilhelmstr. 29) - mit einem Flächeninhalt von 104,80 qm. Der Mietpreis betrug für das Jahr 250 Taler. Im Jahre 1890 baute der Fabrikant W. O. Schulte in der Wilhelmstraße ein Postgebäude, in dem sich jetzt die Landeszentralbank befindet. An Miete wurde jährlich ein Betrag von 2.500 Mark gezahlt.

Da das Postgebäude in der Wilhelmstraße 37 zur Aufnahme des umfangreichen selbsttätigen Wähleramtes und wegen allgemeiner Verkehrszunahme nicht ausreichte, musste ein Neubau mit zwei Dienstwohnungen errichtet werden, zu dem die Stadtverwaltung Plettenberg entgegenkommend ein Grundstück am Maiplatz 3 kostenlos der Post zur Verfügung stellte. Das neue Gebäude wurde am 15. Mai 1932 bezogen. In das bisherige Gebäude zog die Reichsbank nach einer baulichen Veränderung.


Das neue Postamt am Maiplatz wurde am 15. Mai 1932 bezogen.

Im Postneubau, der zur Hälfte über dem Oesterbach erbaut ist, befinden sich neben den Postbetriebs- und Verwaltungsräumen noch die Fernmeldedienststelle mit dem Wählerraum und der Springschreibereinrichtung sowie die Dienststelle des Kabelmesstrupps. Im Anbau sind der Fernmeldebautrupp und die Garagen für die Kraftfahrzeuge untergebracht. Unser Postgebäude zählt mit zu den schönsten Bauten der Bundespost und ist auch im Jahre 1933 in der Internationalen Zeitschrift "L'Union Postale" von dem Erbauer, Postbaurat Lachmann (OPD Dortmund) eingehend beschrieben worden.

Zweigpostämter Herscheid. Eine Postexpedition wurde erstmalig im Jahre 1833 in Herscheid eingerichtet. Sie wurde im Jahre 1872 in eine Postagentur und 1883 in ein selbständiges Postamt umgewandelt. Am 1. Mai 1933 wurde das Postamt Herscheid wieder als Zweigpostamt dem Postamt Plettenberg 1 zugeteilt. Und wie stand es mit dem Nachrichtendienst in Herscheid? Am 1. Sept. 1897 wurde der Telegraphenbetrieb, im Jahre 1902 wurde der Fernsprechbetrieb und am 28. Sept. 1933 wurde der Wählerbetrieb eingerichtet, der am 5. Sept. 1955 in einem Anbau wesentlich erweitert worden ist.

Eiringhausen.
Ein ähnlicher Werdegang ist auch in Eiringhausen zu verzeichnen. Der Name Eiringhausen ist übrigens - nach einer alten Niederschrift im Postarchiv - darauf zurückzuführen, dass früher dem Pfarrer der evangelischen Gemeinde Plettenberg alljährlich für einen am Johannistag in der Johanniskapelle abzuhaltenden Gottesdienst ein sogenannter "Eirundgang" oder "Eiring" zustand. Dabei war jeder Einwohner verpflichtet, dem Pfarrer bei diesem Rundgang eine bestimmte Anzahl von Eiern ohne Entgelt zu liefern. Dem im Jahre 1875 verstorbenen Pfarrer Schirmer in Plettenberg hat in den ersten Jahren seiner Amtszeit dieser Eirundgang noch zugestanden.


Rechts das Hotel Hanebeck, dahinter mit Fachwerkgiebel das "Kaufhaus Lattermann", in dem sich - damals noch Gaststätte Hohage - 1865 eine Postexpedition befand.

Im Jahre 1865 bestand in Eiringhausen eine Postexpedition, die sich im Hause des Gastwirts Hohage, später Gastwirt Ohle (jetzt Kaufhaus Lattermann) befand. 1872 wurde die Post in das Gasthaus Ostermann verlegt. Nach Umwandlung der Postexpedition Plettenberg 2 in eine Postagentur am 16. April 1874 und im Jahre 1884 in ein Zweigpostamt (mit einem Fachbeamten) wurde die Post am 1. Oktober 1894 von Ostermann in das eigens zu Postzwecken von dem Gastwirt Ohle erbaute Mietpostgebäude in der Poststraße umgelegt (jetziger Besitzer W. Hanebeck). Am 1. März 1895 wurde Plettenberg 2 ein selbständiges Postamt unter der Verwaltung des Postmeisters Klemp. Nach dessen Zurruhesetzung am 30. Nov. 1931 wurde Plettenberg 2 wieder Zweigpostamt des Postamts 1, wie es auch heute noch der Fall ist.


Seit dem 1. Oktober 1894 war die Post in diesem Gebäude an der Poststraße untergebracht.

Als Plettenberg 2 ab 1. März 1895 selbständiges Postamt war, wurde diesem Amt vom gleichen Zeitpunkt an die Postagentur Ohle, ab 1900 die Postagentur Lenhausen und am 1. April 1908 die Postagentur Rönkhausen verwaltungsmäßig unterstellt. Die beiden letzten Amtsstellen unterstehen heute dem Postamt Finnentrop.

Ohle. Die Chronik berichtet über Ohle zuerst im Jahr 1874, wonach der Gemeinderat für die ganze Gemeinde 1 Briefkasten für ausreichend hält. Am 1. April 1892 wurde in Ohle eine Postagentur eingerichtet, die ihre Post durch eine Botenpost von Plettenberg 2 erhielt. Ohle erhielt im Jahre 1894 die erste Telefonverbindung. Am 1. März 1895 wurde die Postagentur Ohle vom Postamt Plettenberg 1 abgezweigt und dem gleichzeitig selbständig gewordenen Postamt Plettenberg 2 bis 30. Nov. 1931 zugewiesen. Am 1. Nov. 1940 wurde Ohle infolge Verkehrssteigerung eine Amtssteile mit der Besetzung durch eine Postangestellte und am 1. Nov. 1951 ein Zweigpostamt mit einem Beamten als Zweigpostamtsvorsteher.
Bis 1918 war hier der Postagent Seiter (nebenberuflich) tätig, nach ihm bis 1951 die Posthalterin Biermann, ab 1. Nov. 1951 ist es ein Zweitpostamt mit einem Fachbeamten als Vorsteher.

Holthausen. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts trug der Postbote wöchentlich zweimal die Post im Tornister von Plettenberg nach Holthausen und Herscheid, wo sie durch den Gemeindediener oder sonst geeigneten Leuten gegen eine geringe Vergütung ausgetragen wurde. Ein Personenpostverkehr zwischen Plettenberg - Holthausen und Herscheid mit täglich zweimaliger Fahrt kam erst nach 1871 zustande.

Durch die industrielle Entwicklung im Elsetal war auch der Postverkehr reger geworden. Am 1. April 1893 wurde in Holthausen eine Postagentur eingerichtet, die dem damaligen Gast- und Landwirt Heinrich Vieregge, Auf dem Kamp, übertragen wurde. Als dieser neben der schon betriebenen Knochenmühle eine kleine Gesenkschmiede einrichtete, trat er somit in Konkurrenz mit der schon bestehenden Gesenkschmiede A. Vieregge, Elsetal, was sich wiederum mit seiner Tätigkeit als Postagent nicht vereinbaren ließ.


Am 1. November 1899 wurde in diesem von August Vieregge errichtete Ziegelsteingebäude an der Ecke Herscheider Straße/Maibaumstraße ein selbständiges Postamt eröffnet. Postmeister Schulte leitete die Zweigstelle.

Der Inhaber der Firma A. Vieregge, August Vieregge, bekam nach Verhandlungen mit der Oberpostdirektion die Erlaubnis, mit eigenen Mitteln ein Postgebäude zu errichten, das dann im Jahre 1898/99 erbaut und am 1. Nov. 1899 von der Post bezogen wurde. Vom gleichen Zeitpunkt an wurde Holthausen ein selbständiges Postamt, das dem Postmeister Schulte übertragen wurde. Durch die Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke Plettenberg - Herscheid am 8. Juli 1915 wurde Holthausen dem Verkehr weiter erschlossen. Die Post wurde dreimal täglich von Oberstadt in das höher gelegene Holthausen mühsam mit einer zweirädrigen Paketkarre heraufgebracht, was manchen Schweißtropfen kostete.
Die Selbständigkeit des Postamtes hörte im Jahre 1928 auf. Am 1. Aug. 1928 wurde Holthausen Zweigpostamt von Plettenberg und dem Postsekretär Schoppmann übertragen.


Postamt Eschen


Quelle: WR Plettenberg vom 27.01.2010

Sauerland-Marketing
Postamt Plettenberg soll Weihnachtsmuseum werden


Das am 15. Mai 1932 eingeweihte Postamt am Traditionsstandort Maiplatz im Herzen Plettenbergs ist eine von 27 Immobilien, die den Initiatoren als geeigneter Standort für ein Sauerland-Weihnachtsmuseum erscheinen.

Bernd Maus

Plettenberg/Olpe. Wird Plettenbergs altes Postgebäude am Maiplatz zu einem Sauerland-Weihnachtsmuseum? Solche Pläne jedenfalls schmiedet die Regionalmarketing-Vereinigung „Sauerland Initiativ” im Rahmen ihres Projekts „Sauerland – Weihnachtsland”. 27 Standorte (auch im Kreis Olpe) werden geprüft. Der Großteil der Objekte finden sich im Kreis Olpe. Dabei reicht die Palette von alten Bauernhöfen, Fachwerkhäusern über Weinkellereien und Schloss Bamenohl bis hin zum ehemaligen Bahnhof (Lennestadt-Grevenbrück) und eben zum Postamt im märkischen Plettenberg.

Ende 2006 gab die Post AG das denkmalgeschützte, 1930 von Postbaurat Karl Lachmann im Bauhausstil entworfene ehemalige Hauptpostamt in Plettenberg endgültig auf. Von Dezember 1998 bis Juni 2001 betrieb darin die Schreibwarenkette McPaper (eine Post-Tochter) zwischenzeitlich ihre erste Filiale in Nordrhein-Westfalen. Seit Anfang 2007 steht das ortsbildprägende Gebäude in weiten Teilen ungenutzt leer.

Familiensammlung unterbringen
Im künftigen „Weihnachtshaus” soll die eindrucksvolle und inzwischen sehr umfangreiche Weihnachtssammlung der Familie Breuer aus Olpe eine dauerhafte Heimat finden. Dafür allein besteht ein Raumbedarf von 700 bis 1000 Quadratmetern. Überdies denkt „Sauerland Initiativ”-Geschäftsführer Peter Sieger (Halver) darüber nach, darin auch das Thema Weihnachtsbaum vom Samen bis zum geschmückten Christbaum attraktiv und lehrreich zu präsentieren. In beiden Aspekten sieht er „einen hervorragenden Ausgangspunkt, um sowohl das wirtschaftliche als auch das kulturelle und touristische Potenzial zu nutzen, das für die gesamte Region im Thema Weihnachten schlummert”.

27 Objekte stehen zur Auswahl
Die Initiatoren gehen sogar noch ein ganzes Stück weiter: Übers gesamte Jahr verteilt könnten in einem sauerländischen Weihnachtsmuseum spezielle Veranstaltungen und Aktionen rund um die Thematik stattfinden, zudem Sonderschauen, Vorführungen, Workshops, Kirchenkonzerte, Weihnachtsmärkte. Wann „Sauerland Initiativ” unter den 27 Bewerberobjekten eine Entscheidung trifft, ist zurzeit offen. Zunächst gelte es laut Sieger, die organisatorischen und finanziellen Möglichkeiten für dieses Projekt zu prüfen.


Quelle: WR Plettenberg vom 06.06.1986

Plettenberger Postamt wird Ende 1897 ausgebaut - Behinderten-Belange werden voll berücksichtigt
Zusätzlichen Schalterplatz
auch für Kundenbetreuung -
Vereinfachter Arbeitsablauf

Plettenberg. (-zw) Seit Plettenbergs Behinderte in teils recht mühevoller Kleinarbeit für behindertengerechten Ausbau von Straßen, Wegen und Gebäude eintreten, reagieren sie schon im Vorfeld geplanter Neu- und Umbaumaßnahmen sensibel, ob ihre Belange berücksichtigt werden. Mit Ruhe aber können sie jetzt den für Ende 1987 terminierten Umbau des Plettenberger Postamtes berücksichtigen. "Für die Post ist es selbstverständlich, die Belange der Behinderten bei Umbauten zu berücksichtigen," so der für Plettenberg zuständige Altenaer Postamtsleiter Panne.

Entsprechend wird bei der Neugestaltung der Schalterhalle eine selbstöffnende Tür installiert, parallel zu den Treppenstufen entsteht eine schiefe Ebene für Rollstuhlfahrer.
Ausgangspunkt für die Umbauten war der Auszug des Fernmeldedienstes. Die dadurch frei werdenden Räumlichkeiten können genutzt werden, den inneren Arbeitsablauf des Postamtes am Maiplatz fast optimal zu gestalten.

Zusätzliche Postfächer - Briefeingangsverteilung zieht ins Obergeschoss
Die Briefeingangsverteilung zieht vom Erdgeschoss in den ersten Stock, wo sich die Zustellplätze befinden. Per Lastenaufzug wird zukünftig die eingehende Post zur Verteilung befördert und nicht mehr von Hand zu den Zustellplätzen transportiert.

Ebenfalls neu gestaltet wird die Postfachanlage, die erheblich vergrößert werden soll. In welchem Umfange dann zusätzliche Postfächer zur Verfügung stehen werden, ist postintern noch zu klären.

Für den Kunden am stärksten dürfte sich aber der Umbau der Schalterhalle auswirken. Neben den behindertengerechten Maßnahmen wird die Kundenbetreuung ausgeweitet. Ein vierter Schalter - eventuell mit Schwergewicht auf Kundenberatung - und ein größerer Paketschalter entstehen. Damit sollen die in Stoßzeiten entstehenden Warteschlangen abgebaut werden.

Die Dauer der Umbauarbeiten steht noch nicht fest, doch kann von einem halben Jahr ausgegangen werden. Sollte der Besucherverkehr durch die Arbeiten zu sehr in Mitleidenschaft gezogen werden, kommt ein mobiles Postamt zum Einsatz, in dem dann die Kundenbetreuung erfolgen wird.


Quelle: Aus dem „Einwohnerbuch der Stadt Lüdenscheid und des Kreises Altena 1931/32“, III. Teil, Stadt Plettenberg, S. 115

POSTAMT I.
(Zuständige Oberpostdirektion: Dortmund.)
Wilhelmstr. 36, P.-Dtmd. 845, R.-B.
Schalterdienst: 8-12, 15-18.30, So. 8.30-9.30 Uhr.
Telegraphenamt: 7 bis 21 Uhr.
Fernsprechdienst: ununterbrochen.

Die Schließfächer sind zugänglich an Werktagen: 8-18.30; an Sonn- und Feiertagen 8.30-13 Uhr. Briefzustellung: 8.30-15.30 Uhr; an Sonntagen: 8.45 Uhr.
Geldzustellung: 8.30 Uhr.
Paketzustellung: 8.30 Uhr.
Landzustellung: 8.30 Uhr.
Amtsvorsteher: Oberpostmeister Hollender.
Stellvertreter: Oberpostsekretär Budde.
Öffentliche Fernsprechstelle: im Postamt
Zum Poststellbezirk Plettenberg I gehören an größeren Ortschaften außer Plettenberg, Landemert und Sonneborn.

POSTAMT II
(Zuständige Oberpostdirektion: Dortmund.) Eiringhausen, Am Bahnhof, P.-Dtmd. 918. Dienststd.: 8-12, 15-18.30 Uhr; an Sonntagen 8-9 Uhr (Schalterdienst). Postmeister: Klemp. Die Schließfächer sind geöffnet: 8-13, 15-19; an Sonntagen: 8-9.30 Uhr. Postbestellzeiten: Briefzustellung an Werktagen: 8.15 u. 15 Uhr; an Sonntagen 8.15 Uhr. Geld- und Paketzustellung: 8.15 Uhr. Landzustellung: 8.15 Uhr. Telegraphen- und Fernsprechdienst: 7-13, 14-21.30; an Sonntagen: 7-10, 12-13 Uhr. (Siehe auch Landgemeinde Plettenberg.) Öffentliche Fernsprechstelle beim Postamt II.
Landgemeinde Plettenberg (S. 437)
Amtliche Verkaufsstellen von Postwertzeichen: In den Gasthöfen Hugo Ostermann, Wilh. Alberts in Eiringhausen, Heinr. Groll in Böddinghausen.
Zum Postbestellbezirk Eiringhausen gehören die Ortschaften: Blemke, Leinschede, Siesel, Pasel, Brockhausen, Brockhauserweg, Böddinghausen, Kersmecke, Papenkuhle.

Postamt Holthausen (Zweigstelle des Postamtes Plettenberg 1).
Herscheider Str. 392. Öffentliche Fernsprechstelle, angeschl. an Plettenberg.
Schalterdienst: an Werktagen: 8-12, 15 bis 18 Uhr; an Sonntagen: 8.30 – 9.30 Uhr.
Die Schließfächer sind zugänglich: von 8-12 u. 14.30 – 19 Uhr.
Zum Postbestellbezirk Holthausen gehören die Ortschaften: Holthausen (Kr. Altena), Bruch, Dermecke, Rosenthal, Bremckerlinde, Stahl, Köbbinghauser Hammer, Köbbinghausen, Mühlhoff, Frehlinghausen, Osterloh, Bremcke (Kr. Altena), Grävinglöh, Hechmecke.

Postagentur Oesterau: Postagent: Gördesmann, Oesterau. Zum Postbestellbezirk Oesterau gehören die Ortschaften: Oesterau, Lettmecke, Kückelheim, Wiesenthal, Himmelmert, Oestertalsperre, Dingringhausen, Immecke, Baddinghagen.

Öffentliche Fernsprechstellen: In Bremcke beim Gastwirt Bröcker (Ortsnetz Plettenberg); in Eiringhausen beim Postamt (Ortsnetz Plettenberg); in Holthausen beim Postamt (Ortsnetz Plettenberg); in Köbbinghausen beim Landwirt H. Stahlschmidt (Ortsnetz Plettenberg); in Lettmecke beim Förster Müller (Ortsnetz Plettenberg); in Oesterau beim Postagent Gördesmann (Ortsnetz Plettenberg); in Sonneborn beim Landwirt Ernst Meister (Ortsnetz Plettenberg).


Quelle: "Aus der Geschichte der Gemeinden Plettenberg, Ohle und Herscheid nach vielen Quellen berichtet von P. D. Frommann", Neujahr 1927, Verlag Crone, Lüdenscheid.
S.153/154

Vom Verkehrswesen [und Postwesen]


Die Postkutsche von Plettenberg nach Herscheid in der Wilhelmstraße vor dem Haus Boeley.

. . . Die besseren Wege ermöglichten auch einen ordnungsmäßigen Postbetrieb. Im 18. Jahrhundert gab es außer der durchgehenden Post, die aus dem Ennepetal nach Hamm ging, noch die "binner" Post. Aus unserer Gegend mussten Briefe für letztere nach Iserlohn, für erstere nach Hagen gebracht werden. Die Gemeinden hatten kleinere Summen zu den "Postboten-Gehältern" aufzubringen. 1815 kam schon ein reitender Postbote von Iserlohn nach Plettenberg. Etwaige Briefe stellte der Postverwalter den Empfängern zu; in späterer Zeit bediente man sich hierzu auch wohl des Polizeidieners.

Bis zur Zeit der französischen Fremdherrschaft war das Briefporto gering. Von Plettenberg trug der Postbote wöchentlich zweimal im Tornister die Briefe nach Herscheid. Nach Ohle kam der Briefträger wöchentlich nur einmal. 1832 wurde eine Fahrpost (Kariol-) zwischen Lüdenscheid - Herscheid - Plettenberg eingerichtet. "Wer diesen Karren in den vielen Hohlstraßen durch Berg und Tal benutzte, kam gewöhnlich krank oder heißhungrig an dem Ziel seiner Reise an" (Schuhmacher, Chronik der Stadt- und Landgemeinde Lüdenscheid).

Hohe Ansprüche stellte man damals noch nicht; sah doch 1874 der Ohler Gemeinderat einen Briefkasten im Dorfe als ausreichend für die ganze Gemeinde an. Die Landgemeinde Plettenberg schaffte 1883 vier eiserne Briefkasten an.

Ein Personenpostverkehr zwischen Herscheid und Plettenberg mit täglich zweimaliger Fahrt kam erst nach 1871 zustande, 1881 auch einer mit einmaligen Fahrt zwischen Herscheid und Lüdenscheid. Ebenso wurde Allendorf mit Plettenberg durch eine Personenpost verbunden und Neuemühle durch Kariolpost mit Lüdenscheid.

Herscheid erhielt das jetzige Postgebäude 1890, Ohle 1892 eine Postagentur und 1894 Telefonverbindung. Eiringhausen, Holthausen bekamen eigene Postämter, Neuemühle Oesterau und Hüinghausen Postagenturen.