Quelle: ST vom 09.02.2013.htm

Vage Hoffnung für das alte Postamt am Maiplatz
Einzelhandelsgeschäfte könnten hier einziehen / Denkmalschutz "sehr hoch"


So sah das Postamt und dessen Umgebung noch vor einigen Jahrzehnten aus. ST-Archivfoto

PLETTENBERG Es bietet seit Jahren einen wahrlich trostlosen Anblick: das alte, leerstehende Postgebäude am Maiplatz zählt derzeit sicher nicht zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Doch bald könnte es schon wieder mit Leben erfüllt sein und 'aufgemöbelt' werden.

Denn derzeit laufen Gespräche der Erbengemeinschaft Fricke, die das Gebäude besitzt, und der Stadt Plettenberg mit zwei Interessenten für das alte denkmalgeschützte Postamt, wie sowohl Hartmut Engelkemeier, unter anderem für den Denkmalschutz bei der Stadt zuständig, als auch der Vertreter der Erbengemeinschaft bestätigten. "Es wird immer wieder wegen dem Gebäude angefragt. Mal ist das Interesse "heiß", dann kühlt es sich wieder ab", erklärte der Vertreter der Erbengemeinschaft, der namentlich nicht genannt werden wollte. Er sei daher sehr vorsichtig mit Prognosen, da bereits mehrfach - zuletzt bei der Ansiedlung eines Internetcafés - "unterschriftsreife Verträge" bestanden hätten, die dann auf der Zielgeraden doch noch geplatzt seien.

"Sicher ist, dass das Thema Bistro und Internetcafé im Postamt erstmal vom Tisch ist", erklärte der Vertreter der Erbengemeinschaft. Derzeit würden Gespräche mit zwei Interessenten laufen. "Es geht um die Ansiedlung von Einzelhandelsgeschäften", sagte der Vertreter der Erbengemeinschaft, der allerdings nicht näher darauf eingehen wollte, um was für Geschäfte es sich potentiell handeln könnte.


Das Postamt am Maiplatz im Jahre 1936. Der aufgemalte Adler mit Hakenkreuz wurde später durch eine dreidimensionale Abbildung ersetzt.

"Es ist alles noch sehr vage"
Auch Engelkemeier konnte nicht mehr zu den Interessenten sagen. "Es ist alles noch sehr vage, es gibt noch keine Pläne", erklärte er. Es müsse aber seinem Gefühl nach nicht mehr lange dauern, bis das alte Postamt am Maiplatz wieder gewerblich genutzt wird. "Das kann auch schon in ein paar Monaten sein", sagte Engelkemeier.

Der Vertreter der Erbengemeinschaft Fricke wies darauf hin, dass den Besitzern des Postamtes, die in Hagen wohnen, durchaus daran gelegen sei, das Gebäude wieder zu vermieten. "Wir sind für alle Ideen offen", erklärte der Vertreter der Erbengemeinschaft. Einige Bürger der Stadt hätten sogar in den vergangenen Wochen bei ihm angerufen und ihn auch über die derzeitigen Diskussionen über das >MyCenter< und dessen mögliche Auswirkungen auf die Innenstadt informiert. "Die Menschen sagen dann immer: "Sehen sie zu, dass der Maiplatz nicht verödet"", sagte der Vertreter der Erbengemeinschaft.

"Sollten hier tatsächlich Einzelhandelsgeschäfte einziehen, würde sicher auch die Fassade des Gebäudes erneuert werden", sagte Engelkemeier. Darüber hinaus würden auch weitere Veränderungen anstehen - alles aber im engen Rahmen der Vorschriften der Denkmalschutzbehörde. Um Barrierefreiheit zu garantieren, müsste beispielsweise eine Rampe am Eingang platziert werden. "Das Staffelgeschoss und die fehlende Ebenerdigkeit waren schon immer ein Problem bei den Gesprächen zur Vermietung des Gebäudes", erklärte der Vertreter der Erbengemeinschaft.

Nun bleibt abzuwarten, ob die aktuellen Gespräche der Stadt und der Eigentümer mit den Interessenten dieses Mal von Erfolg gekrönt sein werden. Dem Maiplatz würde dies definitiv gut tun. cc