Quelle: Schulchronik, verfasst von Schulleiter Wilhelm Benfer, beginnt am 19.04.1955, endet am 21. März 1963

Gemeinschaftsschule Ohle

04.12.1960 Hochwasser in Ohle!
(S. 82) Die ungeheuren Regenfälle der letzten Tage ließen die Gebirgsbäche im Plettenberger Raum besonders mit unheimlicher Geschwindigkeit derartig anschwellen, dass unsere brave Lenne in wenigen Stunden zu einem reißenden Strom wurde, der über seine Ufer trat und unsere Straßen in breite Wasserläufe verwandelte. Die Maywegstraße stand 1/2 Meter tief unter Wasser, die Bundesstraße - von der Kolonie abwärts - glich einem Strom.


Aufnahmen vom 5.12.1960, Benfer

Alle Keller waren unter Wasser. Leider zeigte sich abends gegen 20 Uhr in der neuen Küche das erste Wasser. Unsere vielgepriesene Wanne, auf der der Anbau errichtet war, ließ an mehreren Stellen das Wasser durch. Der Schulleiter rief die Feuerwehr zur Hilfe herbei, die dann vorbildlich bemüht war, das Kellergeschoss von allem Mobiliar zu räumen. Frau Schneider hatte damit ebenfalls ihre Wohnung verloren. Fleißig wurde gepumpt, so dass der Wasserspiegel die Fußleisten nicht überstieg. Gegen Morgen kam ein dicker Strahl aus dem Abflußrohr des Spülsteins in der Küche. Die Schule lag wie eine Insel im brandenden Meer.

Der Fernsprechverkehr wurde im Raum Plettenberg im weiten Umfang blockiert. Die Schule war eine Woche lang ohne Telefonverbindung. Nachts gegen 12 Uhr musste im Altbau die Heizung gelöscht werden. Montag fiel der Unterricht aus; die Räume waren ungeheizt, die Wege zur Schule weithin überschwemmt und nicht zu begehen.

Mit dem allmählichen Absinken des Hochwassers, das am Wochenende so verheerende Ausmaße annahm, wurden die angerichteten Schäden sichtbar. Das Stadtarchiv im Rathaus war schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Dämme waren gebrochen, Uferböschungen durch die Wassermengen weggespült, Straßen stürzten uferseitig ein. Die Plettenberger Firmen bezifferten ihren Schaden auf 1,5 Millionen DM. Etwa 350 Telefonanschlüsse waren im Raum Plettenberg gestört. Nach Aussagen des Bezirksvorstehers Ewald Baberg ist das letzte Hochwasser rund 40 - 50 cm höher gewesen. Wenn der angerichtete Schaden aber überschaut wird, so beweist er die ungeheure Wucht, mit der diese gewaltigen Wassermassen so plötzlich über uns hereingebrochen waren.

Noch ein Wort zum Hochwasser im Anbau: Ohne dem Gutachter über die Ursache des Undichtseins der Wanne vorzugreifen, sei gesagt, dass auf Veranlassung des Schulleiters vor Beginn der Bauarbeiten in Gegenwart des Bauführers der Firma Hunke, Werdohl, und der Ohler Herren Bez.-Vorsteher Ewald Baberg, Hauptlehrer i. R. Ed. Limper, Lehrer Getzlaff vom Schulleiter noch einmal besonders darauf hingewiesen wurde, dass das Baugelände Überschwemmungsgebiet sei.

Von Herrn Baurat Peter wurde dem Sinne nach erklärt, dass man heute in der Lage sei, Wannen zu bauen, die absolut wasserdicht seien. Der Anbau sollte auf einer solchen Wanne errichtet werden. Damit waren unsere berechtigten Bedenken zerstreut. Die Mehrkosten für eine solche Wanne wurden dann vom Rat der Stadt bewilligt. Die Schulgemeinde als Steuerzahler fragt nun: Wie ist es möglich, dass Wasser in die Wanne eindringen konnte? Wir warten auf die Antwort.

17.12.1960 Frau Schneiders Klasse - 5./6. Schuljahr - hat von sich aus für unsere Brüder in der sog. besetzten Zone zum Weihnachtsfest eine Sammlung durchgeführt und 8 wertvolle Pakete nach Sömmerda und Brandenburg geschickt. Die Adressen hatte Herr Superintendent Grünberg hereingegeben: Geben ist seeliger denn nehmen!

22.12.1960 Der Unterricht wurde geschlossen mit einer Adventsfeier, die von den oberen vier Jahrgängen gestaltet wurde. Im Mittelpüunkt stand die Christagslitanei mit einer Anzahl Liedern aus dem Quempasheft.
22.12.1960 Die Oberklasse brachte Frau Drusch zu ihrem 81. Geburtstag ein Ständchen und einen Frühstückskorb.
Weihnachtsferien vom 23.12.1960 bis 7. Januar 1961.


Rückblick und Ausblick
Das Jahr 1960 war ein Jahr der Krisen. Es hat nicht das gehalten, was sein Vorgänger versprochen hatte. Den Klimaverbesserungen, die sich in den persönlichen Begegnungen und mannigfachen Reisen der Staatsmänner im Jahr 1959 anzudeuten schienen (Macmillan in Moskau - Chrustschow in den USA u. a.) ist ein Wettersturz gefolgt. In den Ost-West- Beziehungen setzte ein ausgedehntes Tief ein durch das Gipfel-Fiasko in Paris im Mai dieses Jahres. Eine ganze Serie von Krisenherden lassen die Welt nicht zur Ruhe kommen: Algerien, Kongo, Kuba, Laos u. a.. Die Mehrzahl dieser Spannungen wirkt in das neue Jahr fort. Da zu ihnen weitere Eintrübungen kommen können - man denke nur an das sowjetische Berlin-Drängen - vermag eine politische Wetterprognose für 1961 kaum Erfreuliches in Aussicht zu stellen als "veränderlich, einzelne Schauer, wenig Aufheiterung".

So hat uns der Kalte Krieg durch das ganze vergangene Jahr begleitet und uns klar gemacht, dass wir trotz unseres Wohlergehens im Grunde gefährlich leben, wenn auch die Gefahr eines großen und weltweiten Krieges gebannt blieb und die Hoffnung besteht, ihn auch im neuen Jahr und darüber hinaus bannen zu können, weil bei dem Gleichgewicht der Kräfte er zu einem Völkermorden ohne Sieger und Besiegte werden würde.

Es besteht kein Zweifel daran, dass alle Völker in Frieden leben wollen, und dass der Abrüstungsgedanke in ihnen wurzelt. So ist auch das allgemeine unfreundliche Echo zu verstehen, das Frankreichs dritte Atomexplosion ausgelöst hat. In je mehr Hände diese vernichtende Waffe kommt, um so schwieriger werden sich künftige Abrüstungsverhandlungen gestalten. Das "Gleichgewicht des Schreckens", wie der Besitz von Atomwaffen in Gewahrsam der beiden Machtblöcke genannt wird, wird gestört, wenn es jedem Land freisteht, selbst Atomwaffen zu produzieren. Schon taucht die Frage auf, wie sich das Kräfteverhältnis gestalten wird, wenn auch China Atombomben besitzt, dieser kommunistische Mammutstaat, der sich inzwischen vom Gängelband Moskaus losgemacht hat; wird er sich eine Kontrolle - auch nur durch die Russen - gefallen lassen?

Alle diese Gedanken klingen heraus aus den Neujahrsgrüßen der Staatsmänner und Behördenleiter. Wir erwarten vom neuen Jahr immer mehr Verständigung unter den Völkern, damit alle Menschen in der Geborgenheit eines friedlichen Lebens wirken und schaffen können. Eine Heimatzeitung brachte in diesen letzten Dezembertagen in großen Lettern die Überschrift: "Mit wenig Geld und vielen Sorgen geht Plettenberg ins neue Jahr.


13.01.1961 Häherfeier im Jugendheim
Weil der Geburtstag Albert Schweitzers auf einen Samstag fiel, fand die Feier der Hähergemeinschaft schon am Vortage, dem 13. Januar 1961 statt. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Naturschutz in Plettenberg, Herr Studienrat H. Wolf, begrüßte zahlreiche Gäste und 72 junge Häher, die in die Hähergilde aufgenommen werden sollten.

Es waren Schüler aus folgenden Schulen: Martin-Luther-Schule, Zeppelinschule, Eschenschule, Breddeschule, Pestalozzischule, Pasel, Holthausen und Gemeinschaftsschule Ohle.
Es wirkten mit der Schülerchor und Blockflötenchor unserer Schule. Herr Benfer würdigte die Arbeit der jungen Naturschutzgarde und überreichte Urkunden und Abzeichen. Ihren Abschluss fand die schöne Feier mit dem Buntbilder-Vortrag des Herrn Uwe Appold aus Krefeld. Es wurde außerdem ein Geburtstagsbrief an Albert Schweitzer gesandt und 25,- DM für den Freundeskreis z. H. des Herrn Kik in Heidenheim bei Stuttgart. Der Betrag war der Erlös für ein verkauftes Vogelfutterhaus aus der Ohler Häherwerkstatt. Im kommenden Jahr feiert die Häher-Gemeinschaft ihr 10-jähriges Bestehen.

21.01.1961 Eine spontane Sammlung "Brot für die Welt" erbrachte 125,30 DM, die heute überwiesen wurden. Gleichzeitig überwies die Schule als Spende für die Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger nach Köln 10,00 DM.

15.02.1961 Sonnenfinsternis, allerdings nicht total, konnte heute morgen ab 8.45 Uhr von allen Kindern beobachtet werden. Die beiden oberen Klassen - Benfer und Schneider - zogen mit rußgeschwärzten Gläsern auf Stübel resp. Sundern und erlebten hier bei blauem Himmel über dem Nebel des Tales das seltene Naturereignis, das nach Aussagen der Astronomen erst 1999 wieder zu sehen sein wird.

09.03.1961 Schulabschlussfreizeit in der Jugendherberge Iserlohn. 25 Teilnehmer, einschließlich Herr Benfer und Frau Schröder. Bei z. T. sonnigem März-Vorfrühlingswetter erlebten sie in Freude und Harmonie als Klassengemeinschaft 3 angenehme Tage. Dabei wurde die Federfabrik Brause u. Co. besucht, das Felsenmeer bei Sundwig, die Umgebung des Seilersees und die Dechenhöhle. Rückkehr Sonntagabend 18.20 Uhr, den 12. März 1961. Um einige Bunt-Dias wurde die Sammlung erweitert.

16.03.1961 Der Erste-Hilfe-Kurs der Entlaßschülerinnen wurde heute durch Herrn Dr. Priewe abgeschlossen. Es nahmen 11 Mädchen unserer Schule und 5 Mädels der Kath. Volksschule teil. Ausbilder waren Frl. Wollenberg und Frl. Fazius von der Kath. Schule.

18.03.1961 Heute wurden in einer Feierstunde 9 Knaben und 11 Mädel aus der Volksschule entlassen. Der Blockflötenchor unter Frau Rüger verschönte die Stunde. Als Gäste richteten Herr Superintendent Grünberg und der Schulpflegschaftsvorsitzende Herr W. Alte herzliche Abschiedworte an die Scheidenden.
Als Vertreter der Stadt war Ratsherr Ackermann zugegen. Es nahmen außerdem zahlreiche Eltern und das Kollegium teil. Es fehlte Herr Kollege Heinrich Schulte, der sich z. Zt. in Hellersen im Krankenhaus befindet. Es folgen die Namen der Entlaßschüler:
Entlassen wurden: Jochen Gloerfeld, Dieter Hübner, Heinz Werner Lengelsen, Heinz Jürgen Rump, Karl Heinz Weinreich, Karl Heinz Zirkzee, Peter Kursawe, Horst Schreiber, Hilmar Schnepp, Ursula Fischbach, Rosel Hoffmann, Waltraud Look, Helga Otto, Monika Rehmet, Annegret Reininghaus, Ingelore Schael, Heidemarie Schröder, Doris Schulte, Bärbel Mildner, Eleonore Langenstroer.
Dass wir uns hier in diesem Tal noch treffen, so viel tausend Mal, Gott mag es schenken - er hat die Gnad!
Dann schloss sich hinter ihnen die Schultür. Wir wünschen "Frohe Fahrt!"

25.03.1961 Eröffnung der Nadel-, Bastel-, Zeichenausstellung um 15 Uhr im Foyer des Anbaus. Sie zeigt in einer reichhaltigen Schau, was Kinderhände aus den verschiedensten Werkstoffen Holz, Wolle, Stoff, Papier, Gips unter fachkundiger Leitung in freier Gestaltung zu schaffen vermögen. Diese Schau betrug eine betont künstlerische Note und war die Krönung der zielstrebigen Arbeit im Nadel-, Bastel- und Zeichenunterricht als Teil der musischen Erziehung im abgelaufenen Schuljahr. Als Initiator sind zu nennen Frau Camilla Schneider und Frl. Irina Wollenberg, die gerade in den letzten Tagen sehr viel Fleiß, Geduld und Ausdauer zeigten, um das Werk gelingen zu lassen.
Es kam darauf an, den Gestaltungstrieb und die Erfindungsgabe zu wecken und pflegen und damit die Lust am eigenen Schaffen. Was alles bei diesem "heiter-ernsten" Spiel zustande gekommen ist, das zeigte die Ausstellung in idealer, gekonnter Weise. Siehe (Zeitungs-)Bericht!"
Der Besuch war gut, die Ausstellung war ein voller Erfolg, auf den Lehrer und Schüler stolz sein dürfen. Dank darum besonders Frau Schneider u. Frl. Wollenberg. Hier eines der vielen Urteile: "Der Besuch war ein Genuss." Auf allgemeinen Wunsch blieb die Ausstellung bis Montagabend 18 Uhr geöffnet.

28.03.1961 Letzter Schultag. Osterferien vom 29.03. bis 13.04.1961.

07.04.1961 (S. 92) Das neu gewählte Stadtparlament trat heute zu seiner ersten Sitzung zusammen. Mit den Stimmen der CDU und FDP wurde der Postinspektor Wilhelm Wicker zum neuen Bürgermeister gewählt (Stimmenverhältnis 16:14) und der Kaufmann Heinz Friedrich Kettling zum stellvertretenden Bürgermeister.
Die Ämter der bisherigen Bezirksvorsteher kamen in Fortfall, da aus allen Stadtteilen Mitglieder im Stadtrat sitzen.
Damit hat auch unser verehrter Ohler Bürger - Herr Ewald Baberg - sein Amt abgegeben, dass er viele Jahre hindurch in vorbildlicher Weise treu und aufopfernd zum Wohle der Dorfgemeinschaft verwaltet hat.

12.04.1961 Dringende Systemkonferenz am letzten Ferientag. In der Erkrankung des Kollegen Heinr. Schulte ist leider keine wesentliche Besserung eingetreten, so dass bei Beginn des neuen Schuljahres große Schwierigkeiten auf uns zukamen. Der Notlösung gingen ernste Überlegungen voraus. Der Vorschlag des Kollegen Getzlaff soll versucht werden:
1. + 2. Schuljahr Frl. Wollenberg 44 Schüler
3. + 4. Schuljahr Kollege Getzlaff 59 Schüler
5. + 6. Knaben Frau Schneider 45 Schüler
6. Mädchen und 7/8 Herr Benfer 38 Schüler

13.04.1961 Der Unterricht im neuen Schuljahr begann mit einem Schulgottesdienst, den Herr Superintendent Grünberg hielt. An ihm nahmen die Eltern der Lernanfänger teil. Es wurden 10 Knaben und 11 Mädchen eingeschult.

28.04.1961 Wieder einmal besuchte uns Herr Dr. Dege von der Päd. Akademie Dortmund mit 73 Studenten (innen). Der Besichtigung der Schule ging eine heimatkundliche Wanderung um den Sundern voraus, an der auch die Schüler der Oberklasse mit Herrn Benfer teilnahmen.

06.05.1961 Tag des Baumes 1961
Die Plettenberger Schulen feierten ihn auf dem Hexentanzplatz. Sternförmig trafen gegen 9.30 Uhr die Schulen ein. Frl. Orth von der Brachtschule umrahmte die schöne Feierstunde gesanglich, 2 Schüler von der Zeppelinschule sprachen gut gewählte Gedichte vom Wald und Bruder Baum.
Herr Studienrat H. Wolf begrüßte die große Schar, mahnte zur Ehrfurcht vor dem Leben und wies hin auf die große Bedeutung von Wald und Baum.
Herr Benfer rief namens der Hähergemeinschaft der Jugend Leitsätze echter Waldgesinnung zu. Die Feier war ein Bekenntnis der Plettenberger Schuljugend zu Naturschutz und Heimatpflege.

08.05.1961 Wahl der Schulpflegschaft 1961/62: Es wurde der bewährte bisherige Vorsitzende Herr W. Alte wiedergewählt. Seine Stellvertreter wurden Frau Math. Schrader, Schriftführer Herr Kollege Getzlaff.

Pfingstferien vom 19. Mai - 29. Mai 1961
21.05.1961 Heute morgen ereilte uns die erschütternde Nachricht, dass unerwartet in der Frühe des Pfingssonntags unser lieber Kollege Fritz Getzlaff an Herzinfarkt verstorben ist. Noch bis zur letzten Unterrichtsstunde hatte der Kollege in gewohnter Weise pflichttreu und bescheiden sein Schulamt ausgeübt, nachdem er auf eigenen Wunsch seit Ostern das 3. + 4. Schuljahr mit 59 Schülern unterrichtet hatte.
Wir trauern um einen liebenswerten, tüchtigen Kollegen und empfinden mit den Angehörigen den großen Schmerz. Die Schule steht nunmehr vor größten Schiwerigkeiten, die allein - ohne Hilfe - nur schwerlich zu meistern sind. Herr Schulrat Keßelhuth ordnete Frau Anneliese Koch von der Breddeschule zur Vertreterin ab.


29.05.1961 Frau Koch übernahm die verwaiste Klasse und stieg tapfer in die Arbeit ein. Leider erkrankte sie vom 12.06. - 16.06. und vom 21.06. - 26.06.1961. Hinzu kam die Erkrankung von Frl. Wollenberg in der Woche vom 05.06. - 10.06., so dass eine weitere Kraft - Frl. Fazius - von der kath. Schule Ohle 3 Tage aushalf.

17.06.1961 Feierstunde zum Tag der deutschen Einheit. Es nahmen die oberen vier Jahrgänge teil.

Ende Juni 1961 Es sei vermerkt, dass uns der verhältnismäßig kühle und regnerische Monat 3 Sonnentage mit großer Hitze bescherte, an denen das Thermometer um 10 Uhr über 25 Grad im Schatten anzeigte. Es gab nach der 3. Stunde hitzefrei.

13.07.1961 Feierliches Gedenken an den verstorbenen Kollegen Fritz Getzlaff, zu dem auch der erkrankte Kollege Schulte erschienen war. Aus diesem besonderen Anlass war das Kollegium zusammengetreten, um dankbar des verewigten Kollegen zu gedenken. Der Heimgegangene war eine geschätzte und beliebte Erzieherpersönlichkeit, die, ausgestattet mit reichen pädagogischen Gaben, durch Vorbild, Fleiß und Treue in Bescheidenheit vier Jahrzehnte an der Schule in Segen gewirkt hat.
Geboren in Dahlhausen - Krs. Bochum - unterrichtete er nach dem Besuch des Seminars Hattingen an der ev. Volksschule in Altenseelbach/Siegen, Burbach, Oberfischbach und Heed bei Meinerzhagen. 1931 kam er in den Plettenberger Raum und übernahm die einklassige Volksschule Selscheid. Seine besondere Art und die ihm eigene innige Verbindung mit der heimatlich-ländlichen Scholle machten ihn zu einem Erzieher, der überall Achtung und Wertschätzung erfuhr.
Seit 1940 war Kollege Getzlaff an der Gemeinschaftsschule und gleichzeitig als langjähriger Leiter der Stadtbücherei Zweigstelle Ohle erfolgreich tätig, gleich geachtet von Kindern und Eltern und bei seinen Kollegen und Vorgesetzten.
Fritz Getzlaff hat an beiden Weltkriegen aktiv teilgenommen. Er trug beide Male das schwere Los der Kriegsgefangenschaft und kehrte erst 1948 als Schwerkranker aus Russland heim.
In seinem privaten Leben waren Gartenarbeit, Zucht und Pflege der Blumen seine Lieblingsbeschäftigung, die ihm bis zur letzten Stunde seines Lebens Erholung und Entspannung geschenkt hat. Schule und Dorfgemeinschaft werden mit ihrem tüchtigen Lehrer und Mitbürger für immer in Dankbarkeit verbunden bleiben.
Das Kollegium hat mit dem Verstorbenen einen vorbildlichen Mitarbeiter verloren, dessen Rat und reiche Erfahrung besonders wertvoll waren. Schmerzlich der Gedanke, darauf nun verzichten zu müssen. Herr Benfer schloss das Gedenken mit den Worten: "Habe Dank, tausend Dank für all das, was Du der Schule und uns allen gewesen bist und sei versichert, dass wir dich nie vergessen werden."

20.07.1961 Sommerferien vom 20.07. - 24.08.1961.

24.08.1961 Kollege Peter Neuhaus tritt heute seinen Dienst an.

Pankow macht das letzte Tor zu - Errichtung der Schandmauer
13.08.1961 Ostberlin gleicht einem Heerlager. Neuer Höhepunkt der deutschen Nachkriegstragödie: Die Abriegelung Ostberlins und der Sowjetzone von Westberlin durch Einheiten der Sowjetzonenarmee und der Volkspolizei ist die flagranteste Verletzung des Berliner Viermächtestatus' seit der Berliner Blockade 1948/49.

Ehrenbürgerrecht für Herrn Walter Pfeiffer Pl. Ohle
25.08.1961 Der Rat der Stadt hat beschlossen, dem Fabrikanten Herrn Walter Pfeiffer das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. In festlicher Weise wird am Freitag, dem 01.09.1961, im Sitzungssaale des Amtshauses die Ehrung des verdienten Mannes erfolgen.
Die Dorfgemeinschaft Ohle überreichte aus diesem Anlass Herrn Pfeiffer einen Tischwimpel mit dem Ohler Dorfwappen.

04.09.1961 Die Oberklasse unter Herrn Benfer war vom 04.09. - 17.09.1961 auf Studienfahrt in das Maingebiet und besuchte die Jugendherbergen Frankfurt a. Main, Amorbach i. Odenwald und Marburg a. d. Lahn. Es nahmen teil 35 Schüler/ innen. Als weitere Aufsicht fuhr Frau Magdalene Schröder mit.

17.09.1961 Bundestagswahl. CDU/CSU verlor die absolute Mehrheit. FDP gewann fast 60 %, auch die SPD rückte auf. Koalitionsüberlegungen in Bonn laufen an.
CDU/CSU 1961    45,3 %
SPD 1961            36,3 %
FDP 1961            12,7 %
Sonstige 1961       5,7 %

12.10.1961 Elternabend am Donnerstag, 12.10.1961, im Feierraum. Die Schüler berichteten in Wort und Bild von den Erlebnissen der Wanderfahrt an den Main. "Wir wollen zur schönen Sommerzeit ins Land der Franken fahren!"

13.10.1961 Gemeinschaftsfest der Lehrerschaft auf dem Tanneneck.

26.10.1961 Abschiedsfeier des Kollegen Heinrich Schulte im Beisein des Schulrates und des Kollegiums. Der Schulrat dankte dem zum 01.10.1961 vorzeitig pensionierten Kollegen sehr herzlich und wünschte ihm noch einen frohen, langen Lebensabend.
Der Schulleiter dankte im Namen der Kollegiums und der Elternschaft ebenso herzlich. Kollege Albold grüßte und dankte als Leiter der Nachbarschule und des Personalrates. (Siehe Bericht)


28.10.1961 Die Arbeiten am Bau der Kläranlage schreiten rüstig fort. Augenblicklich sind in Höhe des Ohler Eisenwerks wichtige Arbeiten im Flussbett der Lenne imgange. Der Sammler wird an dieser Stelle durch das Bett der Lenne geführt, was nicht ohne erheblichen technischen Aufwand möglich ist.

11.11.1961 Die Klassengemeinschaft im Jugendrotkreuz übergab heute Frl. Arlt 30 gefüllte Faltschachteln - Inhalt je 4,- 5,- Mark - für die Kinder im Iran, außerdem 1 Bildmappe eigener Zeichnungen und Drucke für Kinder in Afrika.

21.11.1961 Das Ulbricht-Regime mauert sich ein. Es hat damit begonnen, die Mauer durch Berlin panzerfest zu machen. Das Brandenburger Tor wurde vermauert.

08.12.1961 Unsere Kinder brachten für unsere Brüder in der Ostzone gut erhaltene Wäsche, Kleidungsstücke, Seife etc. mit, damit 12 große Pakete zum Weihnachtsfest drüben ankommen.

09.12.1961 Die Oberklasse nahm an der Theaterfahrt teil: "Fledermaus" v. Joh. Strauß.

13.12.1961 Jugendherbergsvater Richard Schirrmann gestorben. Der "Vater der deutschen Jugendherbergen" und Begründer des Weltjugendherbergswerks ist in der Nacht zum Donnerstag in seinem Heim Grävenwiesbach/Taunus im Alter von 87 Jahren verstorben. Er wurde in Altena, dort, wo das Jugendherbergswerk seinen Anfang nahm, beigesetzt.


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