Quelle: WR Plettenberg vom 22.06.2004

Biergerichtsschöffen brennen
Feuerwerk der guten Laune ab

Plettenberg. (mg) Superstimmung in der Schützenhalle! Das Biergericht der Plettenberger Schützengesellschaft (PSG) um Präses Bernhard Schlütter brannte ein Feuerwerk der guten Laune ab. Das Gericht verurteilte sündige Schützen für ihre Missetaten gestern Morgen gleich dutzendweise und reanimierte den einen oder anderen verglühten Star aus der deutschen Show- und Werbebranche. Und es hatte die Bürgermeister-Kandidaten zur "Elefantenrunde" geladen. Hier durfte Wolfgang Ising von einer Fusion aller Schützenvereine träumen, Klaus Salscheider das Freibadgelände zur Schießanlage umfunktionieren und Klaus Müller die Oesterhalle zum Schützen-Store umgestalten.

Gleich zu Beginn stellte sich das Biergericht in den Dienst der guten Sache. Landrat Aloys Steppuhn und Klaus Salscheider bekamen Dosen in die Hand gedrückt, um Spenden für die "Tour der Hoffnung " zu sammeln. Getrommelt wurde aber auch mit dem Einmarsch der "Radiatoren" (Michael Schröder, Josef Spahn, Jörg Wilmink und Hartmut Tengler) für das eigentliche Großereignis im September, für den P-Weg-Marathon. Getestet wurde die Fitness des P-Weg-Teams beim Rad fahren, Treppen steigen und auf der Stelle treten. Einen Sieger gabs nicht, denn alle vier waren gedopt, mit einer präparierten Banane, gespritzt mit Wacholder.

Für Präses Schlütter ein "besonders schwerer Fall" ist Sebastian Krah. Schlimm genug, dass der Junge ein BVB-Fan ist. Das Fass zum Überlaufen brachte jedoch die Summe seiner Verfehlungen. In Lüdenscheider Kneipen und auf der Straße hatte er im volltrunkenen Zustand versucht, Randale zu machen. Schließlich wurde er von der Polizei aufgegriffen und an der Stadtgrenze Lüdenscheids, an der Versetalsperre, wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Neuauflage jetzt: Von der Polizei (Fred Waschek) wurde er in der Halle abgeholt und mit Handschellen und einem Überlebensrucksack ausgerüstet an der Stadtgrenze Plettenbergs ausgesetzt, "nämlich an der Lenne" - Buh-Rufe, Pfiffe und Applaus folgten.

Als "Party-Löwen" abgestraft wurden Heiko Söllner und Stefan Teichmann. Übers Internet hatten sie sich als Bedienung für eine Sause in Ischgl angeboten. Das Höchstgebot: 2,47 Euro - "und die kamen auch noch von der eigenen Frau", wusste Schlütter, der die beiden "Prachtexemplare" noch einmal meistbietend versteigerte. Den Hammer als Auktionator schwang Jörg Wilmink, der das Beste herausholte: Für 50 Euro ging Stefan Teichmann an die 2003er-PSG-Majestät Eberhard Koch. Den Zuschlag für Söllner erhielt Gerd Stederoth für 100 Euro. Sich noch einmal als "Bruchpiloten" auf der Bühne durften sich Jens König und Hendrik Schauerte auf zwei Bobby-Cars versuchen. Klar, dass sie als Unfallopfer aus dem Rennen gingen, mit verbundenem Kopf und zerrissenen Klamotten. Denn die Moral von der Geschicht: "Fahr auf Schützenfesten nicht!" Auch Thomas Großheim, Lars Niggemann und Dr. Peter Vieregge, die Vertreter der Besitzerhaltungskommission der PSG, wurden auf die Bühne zitiert. Diesmal als "Besitzzerstörungskommission", weil Niggemann in einer Plettenberger Kneipe einem Kameraden den Stuhl unterm Hintern weggetreten hatte.

Ins "Dschungel-Camp" geschickt wurden die Neu-Offiziere Patrick Hansmann, Hendrik Schauerte, Heiko Söllner, Dirk Teubner, Martin Fellmer und Georg Dickkopf. Und in den Pausen sagte Verona ihren Spruch auf: "In 58840 wird Sie geholfen." Ein Höhepunkt war sicherlich die Playback-Show, unter anderem mit Nena und Altrocker Udo Lindenberg, die die Halle im Sturm eroberten.