Quelle: WR Plettenberg vom 16.06.2003

Superstar Sven, ein
"Spritfresser"-Duo
und "Grottenpoppen"

Plettenberg. (mau) "Es ist wie ein Traum" - das Biergericht der Plettenberger Schützengesellschaft (PSG) bediente sich zum großen Finale mit frisiertem Text des Titelsongs der "Superstar"-Wahl. Völlig zu Recht, denn gestern Morgen beim Biergerichts-Frühschoppen in der Schützenhalle durften sich die Schöffen um Präses Bernhard Schlütter für eine tolle dreistündige Schau getrost als PSG-Sterne feiern lassen.

Im außergewöhnlich gut gefüllten Saal hatten sie ein Feuerwerk der guten Laune abgebrannt, das voll und ganz den Geschmack der Schützen traf. Apropos "voll": Zum "Running Gag" avancierte dabei die wahrlich "vernichtende" Verurteilung zweier Thronmitglieder von Vorjahreskönig Andreas Kurras, Martin Fellmer und Georg Dickopf. Im Renn-Kart düste Jens Stederoth zur Bühne, um mit den in hautenge Rennoveralls gezwängten Fellmer und Dickopf einen Spritverbrauchskurs zu starten. Dass die beiden Delinquenten dabei derart mitzogen und dem Publikum bei ihrer "Rallye rund ümme Plettmert" auf beeindruckendste Weise zeigten, wie durstig ein seit Tagen auf Hochtouren laufender Leber-Motor sein kann (Hut ab!), hatten wohl selbst die Bierrichter nicht erwartet. Merke: Wer in solch rauen Mengen Puffbrause aus dem Bahnhofsviertel Eiringhausen, PSG-Ochsenaugen und lauwarmen Wacholder aus Landemert in den Tank gießt, kann die sich erst gegen halb zwei senkende Biergerichts-Zielflagge, von Augenkrämpfen geplagt, nur noch mit allergrößter Mühe erkennen. . .

Biergericht vom Feinsten servierten die PSG-Schöffen bei ihrer Zeitreise durch "100 und x Jahre" PSG-Biergericht. Ob Marlene Dietrich (Stefan Schauerte in aufreizenden Netzstrümpfen), Comedian Harmonists oder perfekt persiflierte Village People - da kam die Halle in Wallung.

Und auf Stühlen und Tischen blieb sie, als "Superstar" Sven "Boom" Geistert gekürt wurde. Trotz der zum Teil vernichtenden Urteile der Jury mit "Shauna" Schlütter oder Jens "Bohlen" Stederoth setzte sich der gute Sven mit seinem Live-Gesang gegen so "großartige" Hobbykünstler wie Pianist Friedrich-Wilhelm Schulte, Trompeter Dieter Schauerte, die Sänger PeW Baetzel oder Klaus Schütrumpf, Country-Star Tony Meyer sowie Rock-Legende Mike Menschel durch.

Cocktailfrüchte, O-Saft, Schampus und Curacao Blue gemixt - dieses edle Gesöff krendenzte der Thron um den 2002er-König Andreas "Fliesen" Kurras den Gästen auf Weisung des strengen Gerichts. Für Kurras-Nachfolger Eberhard Koch wars (noch als Beobachter) ein Vorgeschmack auf das, was ihm und seinen Adjutanten im nächsten Jahr blüht.

Auch Bürgermeister Walter Stahlschmidt bekam gestern Morgen sein Fett weg. Erstaunlich, was er in der kurzfristig zur "Lust-Grotte" umfunktionierten Geistert-Bahn des AquaMagis erlebte. Während Norbert Geistert selbst, FDP-Stadtrat Joa Schade als einer der größten Erlebnisbad-Verfechter und stellvertretender Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Schmidt pures Rutschvergnügen genossen, blieb der erste Bürger der Stadt seltsamerweise ein paar Minuten länger zum "Grottenpoppen" in der Röhre. Wahrlich ein Erlebnisbad. . .

Ob die "dümmsten Säufer der PSG", der skurrile Angelverein "No Angels", Internet-Kritiker Philipp Ochtendung, Eisenbahnexperte Dirk Thomee, "Oberholzklau" Kalli Pfeiffer, Buttonpresser Bernd Mäckeler, Rolf Wilmink von der Irak-Heimatfront, "Hetero" Lars Niggemann mit seinem rosa Teddy Fusel, oder Intrigant Gerd Marl, der seinem Vorgänger als Sportschützenchef, Klaus-Dieter Engel, fies ein Beinchen stellte - nichts und niemand blieb vom Outing verschont.

Und natürlich waren Frauen auf der Bühne: das mit viel Beifall bedachte Kellnerinnen-Team beim Kellnersong, den Jörg "Elmar" Wilmink ebenso trefflich interpretierte wie seinen "Bademeister".