Quelle: WR Plettenberg vom 17.06.2002

"Echte Schützen stehn zusammen":
- Große Party des Biergerichts

Plettenberg. (mau) "Echte Schützen stehn zusammen. . ." Nach diesem textlich leicht abgewandelten Hit der "Höhner" skandierten die Schützen der Plettenberger Schützengesellschaft (PSG) gestern im Einklang mit dem Biergericht eine neue Vier-Täler-Städter-Schützenhymne. Es war der Schlussakkord unter einem knapp dreistündigen Biergerichts-Frühschoppen, bei dem es sich im "Glutofen Schützenhalle" trefflich feiern ließ.

Ob die Schöffen um ihren Präses Bernhard Schlütter nach all den Mühen ihrer Vorbereitung allerdings eine derart nachlassende Publikumsresonanz verdient haben, sollte der PSG-Vorstand nicht versäumen zu erörtern. Ist der "blaue Montag" für ein Schützenfest noch zeitgemäß? Diesmal blieben sogar die Tische in beiden Seitenschiffen der Halle leer; den Delegationen der Gastvereine sei Dank, dass wenigstens die Hallenmitte voll besetzt war.

Die Akteure auf der Bühne ließen sich ihre leichte Enttäuschung über eine bestenfalls zu einem Drittel gefüllte Halle nicht anmerken und gaben ihr Bestes. Tatsächlich ließen sie Nichts und Niemanden aus, der im vergangenen Schützenjahr mit beiden Beinen ins Fettnäpfchen gesprungen war. Eine durchaus bewegende Nummer gelang ihnen mit der Verabschiedung von Dieter Schauerte, der mit seiner ihm eigenen Lockerheit und Offenheit über ein Jahrzehnt als Vorsitzender die Geschicke der PSG gelenkt hat und im März im Amt von seinem Nachfolger Dirk Thomee abgelöst wurde. Stehende Ovationen für Schauerte und "die Frau an seiner Seite - seine Mutter Ingrid, die fleißigste Reinigungskraft im familieneigenen Autohaus".

In zahlreichen satirischen Texten und Liedern setzte es Seitenhiebe auf PSG-Internas oder kommunalpolitische Entscheidungen, zum Beispiel wenn wegen des künftigen Eintrittspreises für ein unvergleichliches Badeerlebnis im Aqua-Magis die Kaufkraft der Plettenberger auf der Strecke bleibt. Echte Hiebe setzte es dagegen im Boxring, in dem der Champion Lars "Dagobert Duck" Niggemann knapp nach drei Runden gegen seinen Herausforderer Fredi "den Vollstrecker" Cordes die Oberhand behielt. Eine tolle Schau mit allem Drum und Dran, vom Ringsprecher Jens Stederoth bis hin zum Nummerngirl Sven Munder.

Tiefste Befriedigung verspürten die Bierrichter offenbar bei der "liebevollen Verabschiedung" ihres bereits im Vorjahr nach 16 Jahren Biergericht ausgeschiedenen "Noch-Freundes" Bernd Maus. Der "alte Kamerad" wurde von Malermeister Rolf Käseberg nach allen Regeln der Kunst geteert und gefedert. Völlig ungestraft verlässt eben niemand so ein fach das Biergericht. . .

Einmal mehr gab es Biergerichts-Nachhilfe für das PSG-Offizierskorps um Oberst Rolf Wilmink. "Üüüü"-berragend, welch schnelle Auffassungsgabe die Herren Offiziere unter gestochen scharfen Kommandos als "Drü Chünüsün müt düm Küntrübüss" an den Tag legten.

Standfestigkeit bewies ebenso der 2001er-Thron um Altmajestät Martin Schlütter, der Limbo tanzen und Schnäpsken trinken offenbar vorbildlich kombinieren kann. Üchtü Schützün stühn hült züsümmün. . .