Quelle: ST vom 29.11.2006

"Keine Gegend in Deutschland hat so viele Kleingruben"
FDP-Fraktion besichtigte den geplanten "Museumsstollen" im Hestenberg

PLETTENBERG" Es ist wirklich unglaublich, was die Bergleute hier einst mit Muskelkraft geschaffen haben", staunte Peter Thiemann (FDP) am Montag nicht schlecht, als er mit der FDP-Fraktion die ehemalige Bleierzgrube "Neu Glück" im Hestenberg besichtigte.

Nachdem der Schul- und Kulturausschuss beschlossen hatte, eine Konzeption für einen Museumsstollen erarbeiten zu lassen, wollten sich die Liberalen vor Ort selbst ein Bild verschaffen. Martin Zimmer, der sich seit über 40 Jahren mit dem Bergbau rund um Plettenberg beschäftigt, führte die Gruppe sowie Stadtarchivarin Martina-Wittkopp-Beine und Isabell Nonne durch den Stollen, in dem 1755 erstmals Bleierz abgebaut wurde.

Warum die nur ein paar Meter vor dem Hestenbergtunnel verlaufene Bleierzgrube demnächst vielleicht in einem Atemzug mit dem Bremecker Hammer oder der Luisenhütte Wocklum genannt wird, konnte Martin Zimmer anschaulich präsentieren: "Es gibt keine Gegend in Deutschland mit einer solchen Dichte an Kleingruben." Beschäftigt waren in diesen insgesamt 78 Bergbaustollen in Plettenberg meist zwischen vier und 28 Bergleuten.

"Es muss sich zumindest etwas gelohnt haben", so Zimmer zur mühsamen Arbeit der Bergleute bei 95 Prozent Luftfeuchtigkeit, wenig Licht und einfachem Arbeitsgerät. "Die meisten Bergleute wurden nicht älter als 40 Jahre", erklärte Zimmer. Bergbausiedlungen seien im Raum Ramsbeck einst als "Witwendörfer" bezeichnet geworden.

Bei einer Nutzung der Bleierzgrube "Neu Glück" als Museumsstollen wären laut Zimmer gleich drei Themen interessant: der Bleierzabbau im 18. Jahrhundert, die Funktion des Stollens als Luftschutzraum in 2. Weltkrieg und der Bau der Westtangente. "Entsprechende Exponate wären leicht zu beschaffen", so Zimmer, der es als "großen Vorteil" bezeichnete, dass der Landesbetrieb Straßen NRW zwecks Vermessung der Grube 50 Kubikmeter Abraum aus dem Stollen befördert habe und dabei dankenswerterweise auch noch eine Stromleitung gelegt habe. Die Stollen sind auf einer Länge von rund 100 Metern erhalten und größtenteils gut begehbar. "Und im Gegensatz zu anderen Stollen tropft hier nichts von der Decke", so Zimmer zu den Vorzügen des "Museumsstollens. ged


Quelle: WR Plettenberg vom 29.11.2006

FDP unter Tage in "Neu Glück"


FDP-Mitgliedern und Stadtmarketing-Geschäftsführerin Isabell Nonne stellte Martin Zimmer die Grube "Neu Glück" vor.

Plettenberg. (HH) Auf den Spuren Plettenberger Bergbaugeschichte wandelte die FDP am Montag: Unter der fachkundigen Leitung von Bergbau-Experte Martin Zimmer ging es unter Tage in die Grube "Neu Glück". Wegen ihrer Bedeutung für die Stadtgeschichte soll die ehemalige Bleierzgrube "Neu Glück" beispielhaft für die über 900-jährige Bergbaugeschichte Plettenbergs als Technisches Kulturdenkmal in die Denkmalliste eingetragen werden. Sie liegt stadtnah und, so Martin Zimmer, unterstreicht die Rolle Plettenbergs als "Stadt im Erzgebirge".

Vor Ort erinnerte Martin Zimmer in der 1755 gemuteten Grube, die heute noch insgesamt 100 Meter Stollenlänge aufweist, an die Zeit, als ein 40 Meter langes Stück Stollen zum Luftschutzraum für die Mitarbeiter der Fa. Voß & Schröder und Anwohner der Weide umfunktioniert war. Die FDP-Mitglieder erfuhren, wie der Stollen, der unmittelbar bis an den Hestenbergtunnel heranreicht, künftig für kleine Besuchergruppen erlebbar gemacht werden soll.


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