Quelle: Vermessung der Stollengänge von "Schwalbe I" im Steinbruch "Emil 1" mittels Bandmaß, Lasermessgerät und GPS durch Horst Klötzer und Horst Hassel

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Der mit Zaun, Tor und Nato-Stacheldraht gesicherte Hauptzugang zur Anlage "Schwalbe I". Dieser Zugang wurde von den Kalkwerken Hönnetal bis Mitte der 1960er Jahre genutzt. Der Stollen ist 8,20 Meter breit, 4,60 Meter hoch und weist nach 80 Metern eine Kreuzung auf. Nach links führt von dort ein 102 Meter langer Blindstollen, nach rechts zweigt der Hauptstollen ab, der die meisten Zugänge miteinander verbindet. Über dem Stollen türmte sich 1944 rund 80 Meter hoch senkrecht die Felswand auf. Die heutige Situation hat sich durch weiteren Kalksteinabbau ergeben.


Gleich hinterm Eingangstor stehen die Reste einer Anlage zur Bewetterung der Stollengänge. Die großen Rohre transportieren Frischluft per Gebläse in den Stollengang, das kleine Rohr dient der Versorgung mit Pressluft.


80 Meter lange führt der Rolloch-Stollen geradeaus. Ganz hinten ist bereits die Brecheranlage zu sehen. Als "Rolloch" bezeichnet der Bergmann eine Öffnung in der Firste, aus der vom darüberliegenden Stollengang aus abgebautes Gestein hinunter in die nächste Ebene gekippt wird. Dieses Rolloch beginnt auf der untersten von drei Steinbruchstufen. Von zwei Ebenen aus konnten hier Bruchsteine per Lkw in einen Trichter geschüttet werden, der in dem Brecher mündete.


Das ist die sogenannte "Brecheranlage", die von den Hönnetaler Kalkwerken 1961/62 in den Stollen eingebaut wurde. In das vorhandene Rolloch wurde ein sogenannter "Aufgaberost" mit Seilzugsteuerung eingebaut. Die Holz-Schiebetüre wurde beim Beladen zwischen den ersten Waggon und die Lok geschoben, um zu verhindern, dass bei Befüllung des ersten Waggons hinter der Lok die Diesellok durch Steinschlag beschädigt wurde. Hinter diesem 7 Meter langen "Brecher" befindet sich noch ein 44 Meter langen Blindstollen von 10,30 Meter Breite und 4,50 Meter Höhe.


Der Fotograf steht mit dem Rücken "Vor Ort" im Brecher-Rolloch-Stollen mit Blick in Richtung Brecher und Stollenmundloch. Die Schienen haben 750 mm Spurweite. In der Firste verschwinden eine Wasserleitung und ein Stromkabel - der darüberliegende Raum ist nicht mehr begehbar.


Die "Brecheranlage" - in Wirklichkeit ein seilzuggesteuertes Aufgaberost - von der Antriebsseite aus. Die Anlage wurde in einer zweiten Ebene in rund 6 Metern Höhe in der Stollenfirste eingebaut. Dazu wurde ein Stahlbetonskelett errichtet, auf dem der Brecher ruht. In den Trichter der Brecheranlage, dessen eine Betonwand hier zu sehen ist, wurden aus der Steinbruchebene (siehe nachfolgendes Foto) in 217 Metern Höhe die Steine knapp 30 Meter tief in den Brecher gekippt. Von hier fielen sie in darunter stehende Waggons und wurden per Lok aus dem Stollengang und zur weiteren Verarbeitung gefahren.



1961 wurde der Brecher in die Stollenfirste eingebaut. In Betrieb war er lediglich fünf Jahre.


Das Typenschild belegt: Baujahr 1961. Zudem gibt es Hinweise, bei welchen Seileinstellungen welche Zug-Kräfte (zwischen 2,0 und 4,25 Tonnen) wirken. Hersteller ist die Firma HADEF (Heinrich de Fries), Düsseldorf, ein Unternehmen für Fördertechnik


Aus dieser "Brecher"-Öffnung rutschten die gebrochenen Kalksteine mengenmäßig passend portioniert im freien Fall in die Loren-Waggons.


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