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Quelle: Stadtarchiv Menden, Amt Menden, Magazin-Nr. 874
RAD-Lager Hierlstraße (heute Friedhofstraße)
In den 1930er Jahren wurden am Ende der Friedhofstraße, im beschaulichen Biebertal,
fünf RAD-Baracken
(RAD = Reichsarbeitsdienst) errichtet. Per Vertrag zwischen der Gemeinde Böingsen
und dem NSDAP Arbeitsgau Westfalen-Süd, Dortmund, aus dem Jahre 1933 verpflichtet
sich die Gemeinde, für den Gau ein Barackenstammlager für 216 Mann herzurichten.
Der NSDAP Arbeitsgau zahlt im Gegenzug eine monatliche Miete von 500 RM. Genutzt
werden sollen die Baracken vom Freiwilligen Arbeitsdienst (FAD) für folgende
Aufgaben: "Regulierung der immer wieder über die Ufer tretende
Hönne" sowie die "Dränierung von Ackerländereien" (StA Menden, Amt Menden,
Mag.-Nr. 1591).
Von den dort vorhandenen Baracken standen die Baracken 1, 2, 3, 4 und 5 seit 13 Jahren,
die Baracken 6, 7 und 8 standen seit 5 Jahren. Sie wurden bis Herbst 1944 als Wohnungen genutzt.
Der Neuwert der Baracken mit Unterbau betrug 10.500 RM. Die Baracken 1 bis 5 hatten
jeweils die Abmessungen 22,50 mal 12,50 Meter. Sie verfügen über elektrisches Licht,
Wasserleitung, es gab aber keinen Ofen, keine Doppelfenster, die Außenwände waren aber
doppelwandig, die Holzpritschen hatten Strohsäcke als Unterlage.
Weiter heißt es in der "Magazin-Nr. 1591" im Stadtarchiv Menden: "Die Baracken sind nicht
unterkellert. Der Unterbau ist nicht massiv. Er besteht aus Pfahlrammung. Gleiches gilt
für die Baracken 6 (Maße 21,50 mal 8,00 Meter) und 7 (Maße 24,00 mal 8,00 Meter). Die
Toiletten sind außerhalb (Baracke 8, sie hat die Maße 11,50 mal 8,00 Meter. Besitzer der
Baracken ist der Oberfinanzpräsident Westfalen."
In diesen Baracken waren bis April 1945 überwiegen saarländische Bergleute
(siehe hier) untergebracht,
die in "Schwalbe 1" für den Stollenbau zuständig waren. Nach dem Krieg
(Quelle: StA Menden, Mag.-Nr. 1258, Schreiben v. 16.10.1945) wohnten hier
14 Vertriebenen-Familien. Wie Zeitzeuge Karl Hasecker berichtet, war zwischen
den Baracken 6 und 7 noch ein kleiner Anbau, in dem ein Klavier stand. In der
Baracke 4 waren die Küche und der Esssaal eingerichtet, in Baracke 5 die
RAD-Führung (jetzt Lagerführung) und die Krankenabteilung, die Baracken
1, 2, und 3 dienten als Wohnbaracken.
Ursprünglich wurden die Baracken für den F.A.D. (Freiwilliger Arbeitsdienst)
errichtet, dann vom R.A.D. (Reichsarbeitsdienst) übernommen.
Die letzte Baracke (siehe Foto) des ehemaligen "Lager Lendringsen" wurde
1962 abgebrochen und nach Eisborn (Grote) umgesetzt.
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