Quelle: Vermessung der Stollengänge von "Schwalbe I" im Steinbruch "Emil 1" mittels Bandmaß, Lasermessgerät und GPS durch Horst Klötzer und Horst Hassel

Hauptverbindungsstollen (rot)


Wer in den Brecher-Rolloch-Stollen 80 Meter weit hineingeht, kommt an eine Kreuzung, an der nach rechts (Nordwesten) und links (Südosten) jeweils Stollen auf einer etwa 2 Meter höheren Ebene abzweigen. So (Foto) sieht die Kreuzung in Richtung Südosten aus. Im Hintergrund ist die Ziegelwand zu erkennen, die den dahinter liegenden Blindstollen abtrennt. Hier haben Besucher ein Loch in die Wand gebrochen. Die Treppe wurde später vom Kalksteinwerk eingebaut. Sie führte zu einem Kompressor, von dem Reste der Stromanschlusstafel und Druckluftleitungen noch zu sehen sind.


Beide abzweigenden Stollengänge sind durch Ziegelsteinwände verschlossen. Das obige Foto zeigt den nach links (Richtung Südosten) abzweigenden Stollen.


Dieser Stollen ist ein Blindstollen, d. h., er endet nach 105 Metern "vor Ort". Es gibt keine direkte Verbindung zum "gelben" Hauptstollen. Am Anfang ist der Stollen ca. 10 Meter breit, verjüngt sich dann auf 6,50 Meter und ist dann nur noch ca. 3,00 Meter hoch. Nach 60 Metern sieht man im linken Stoß einen 3 Meter breiten und 3 Meter tiefen Stollenbeginn, der mit weißer Farbe die Zahl "13" trägt. Hier sollte wohl die Verbindung zum Stollen 1l durchschlägig gemacht werden.


Geht man an der Kreuzung nach rechts (Richtung Nordwest) steht man vor dieser Ziegelwand. Die Treppe ist vom Brecher-Rolloch-Stollen aus gesehen 1,60 Meter hoch, die Stollendecke hat über der Ziegelwand eine Höhe von 7,10 Meter. Durch die Öffnung schlägt einem eiskalte Luft entgegen, was ein Beleg dafür ist, dass der Luftaustausch in dem folgenden Stollengang mit der Außenwelt funktioniert, aber eine starke Kaminwirkung hat.


7,66 Meter breit und 6,40 Meter hoch ist der hinter der Ziegelmauer folgende Stollen. Am Boden deutlich sichtbar sind Schwellenspuren von einstmals drei nebeneinander liegende Gleisen. Nach 45 Metern findet sich im linken Stoß ein begonnener Seitenstollen, 3 Meter tief und 7,40 Meter Firsthöhe. Genau 77 Meter hinter der Ziegelwand zweigt der nachfolgende Blindstollen nach links ab.


77 Meter vom Brecher-Rolloch-Stollen entfernt zweigt dieser insgesamt 37 Meter lange Stollengang nach links ab und macht nach 17 Metern einen 90-Grad-Bogen nach rechts. Wenig später ist man schon "vor Ort", wo man die Form des Abbaus erkennen kann: Man sieht eine Abraumhalde, die den Stollengang bis zur halben Höhe ausfüllt. In der oberen Stollenwand finden sich viele Bohrlöcher - immer ein tiefes, frisch gebohrtes Sprengloch, daneben ein ganz kurzes Bohrloch, das von der vorherigen Sprengung übrig geblieben ist. Der Hintergrund: Um auf Gerüste verzichten zu können, wurde der Abraum nach der Sprengung der oberen Stollenhäfte ("Kalotte") zunächst liegengelassen, von der "halben Ebene" aus die nächsten Sprenglöcher gebohrt, bestückt und verdrahtet, dann die untere Stollenhälfte ("Strosse") freigeräumt und das nächste Kalottenstück gesprengt, danach rückte man von der Stollensohle aus der Strosse zuleibe.



Auch wenn es so aussieht: 170 Meter vom Brecher-Rolloch-Stollen enfernt steht eine Lore einsam und verlassen. Der Stollen ist hier 7,25 Meter breit und 3,50 Meter hoch. Laut Arzinger-Skizze ist der Hauptstollen hier unterbrochen, tatsächlich geht es aber durch eine kleine Öffnung weiter.


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