Quelle: Stadtarchiv Menden, Amt Menden, Magazin-Nr. 806 (o. Pag.) Luftschutz-Baumaßnahmen, Schreiben der Rheinisch-Westfälische Kalkwerke vom 23.10.1944

Maulwurfaktion

Folgende (30) Ostarbeiter sind von uns zur Maulwurfaktion eingezogen worden:

am 12.09.1944
Nesterenko, Trofim *?.?.1914
Jahoda II, Iwan *20.10.1906
Krischanewski, Edmund *19.08.1913
Schschawinski, Leon *06.06.1926
Kosak, Stefan *03.10.1904
Luzenko, Alex *23.11.1900
Musika, Gregori *13.10.1924
Federenko, Nikolai *01.09.1919
Hulajew, Iwan *11.04.1918
Kolpak, Wassili *07.09.1921
Bakanow, Sergej *15.08.1915
Rudenko, Pantelej *22.07.1908
Timoschenko, Semen *15.01.1926
Suchunin, Iwan *14.10.1905
Prut, Wladimir *?. ?.1926
Cramtschim, Nikolei *02.05.1921
Olinik, Michael *17.06.1924 zurückgekommen am 25.09.1944
Gladkow, Semjon *10.08.1917 zurückgekommen am 25.09.1944
Kutschmy, Nikolei *12.12.1913
Owtscharenko, Dimitri *24.10.1921

am 25.09.1944
Korschuk, Anton *12.08.1924
Gorbik, Iwan *03.04.1925
Kopayhora, Iwan *22.06.1926
Nikolajew, Wladimir *11.06.1924
Kurinny, Wassili *23.11.1924
Netschepurenko, Dimitri *?.?.1923
Martzenjuk, Andre' *?.?.1922
Jahoda IV, Feodor *23.07.1924
Kostuck, Pawlo *?.?.1925
Sawenkow, Anatoly *11.09.1923


Quelle: Ralf Blank "Heimatfront" Westfalen - zwischen Bombenkrieg und "Endkampf", gefunden im "Internet-Portal Westfälische Geschichte" des LWL

5.1 "Schanzaktionen" und Rückzugschaos
Im September 1944 startete die Aktion "Maulwurf" zum Ausbau des "Westfalenwalls"

Nach der gescheiteren deutschen Gegenoffensive in den Ardennen (16.12.1944: Unternehmen "Wacht am Rhein") drangen die Alliierten bis zum Rhein vor. Seit September 1944 organisierten die beiden westfälischen Gauleitungen durch Schanzeinsätze ("Aktion Maulwurf") den Ausbau des "Westfalenwalls" sowie von Panzergräben und Verteidigungspunkten im linksrheinischen Raum. Allein vom 8. bis 10.01.1945 musste die Bevölkerung des Gaues Westfalen-Süd im Rahmen der "Maulwurf-Aktion XI" nochmals über 5.500 so genannte Maulwurf-Arbeiter, bei denen es sich vor allem um ausländische Zwangsarbeiter handelte, für das beinahe ständig von alliierten Tieffliegerangriffen begleiteten Schanzen von Grabensystemen am Niederrhein und für den propagandistisch hochstilisierten "Westfalenwall" stellen, um das zu Weihnachten des Vorjahres entlassene Personalkontingent des Gaugebiets zu ersetzen.

Vier Wochen später folgten im Zusammenhang mit der "Maulwurf-Aktion XII", nunmehr wohl letztmalig, erneut über 6.000 Arbeiter aus dem Gau Westfalen-Süd. Dem massiven alliierten Truppeneinsatz hielten diese "geschanzten" Anlagen nicht stand. Die britisch-kanadische Bodenoffensive "Veritable" und die zeitgleich angelaufene US-amerikanische Operation "Grenade" bewirkten im Februar 1945 ein Rückzugschaos über den Rhein, der zu diesem Zeitpunkt als natürliche Grenze zwischen den Westalliierten und den deutschen Verteidigern stand.

Aus den linksrheinischen Städten flohen Hunderttausende Menschen über den Rhein nach Westfalen. Vor allem die "zurückflutenden" ausländischen Arbeitskräfte waren Repressalien ausgesetzt. Bereits am 11.03.1945 hatte der Amtsleiter des Gaustabs der Gauleitung Westfalen-Süd, Oberbereichsleiter Hans Strube, eine Anordnung an die Kreisleiter herausgegeben, wonach "flüchtige" ausländische Arbeiter und andere Arbeitskräfte aus dem - allerdings längst vom Krieg überholten - so genannten Schanzeinsatz im Westen "ohne Marschbefehl oder Begleitkommando" nach ihrer Ergreifung sofort der jeweiligen Kreiskommission für den "Totalen" Kriegseinsatz zu übergeben sowie bei der Gestapo anzuzeigen seien. Weiter heißt es, dass die "Arbeitsdisziplin dieser Männer und Frauen gegebenfalls durch abschreckende Beispiele zu erhalten" sei, was zweifellos als Umschreibung für eine Exekution dieser Personen zu verstehen sein dürfte.


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