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Quelle: Das nationalsozialistische Lagersystem, herausgegeben von Martin
Weinmann, mit Beiträgen von Anne Kaiser und Ursula Krause-Schmitt, Frankfurt
am Main: Zweitausendeins, 3. Auflage 1999.
Asbeck, Zivilarbeiterlager, 433 Zwangsarbeiter
Quelle: WP Menden vom 21.11.2006, Vortrag Elmar Dederich
Russen stecken das Lager in Brand
Von Horst Hassel und Horst Klötzer
Bürgermeister Georg Weingarten,
der im Juli 1945 Dechant
Meierfrankenfeld als
Bürgermeister ablöst, beschreibt
in einem als Kriegserinnerung
geschriebenen Artikel
in „Alex, der Kommandant”
den Umgang mit einem
Kommandanten Alex eines
russischen Lagers in Asbeck,
in dem ca. 1000 Russen in Baracken
wohnten.
Diese Russen
hätten nach dem morgendlichen
Appell ausschwärmen
dürfen und hätten wegen
schlechter Lagerverpflegung
zur Selbstversorgung gegriffen.
Auf Weingartens Vorhaltung
hin, dass am 3. Juni 1945
in der Umgebung schon 110
Stück Rindvieh fehlen, sagt
Alex, Madka, seine Frau,
schreibe von Mord, Brand
und Vernichtung durch deutsche
Soldaten. Russen haben
jetzt vill Wut auf Deutschke,
darum stehlen Kuh, darum
stehlen Uhr. Du gutt, ich gutt,
ville Deutsche schlecht, ville
Russen schlecht.
Tägliche Überfälle
Im August verlassen die
Russen das Lager Asbeck,
nachdem sie alle Baracken
mitsamt der Einrichtung in
Brand gesteckt haben. Weingarten
beschreibt noch die
täglichen Überfälle an der
Schleifmühle, einer heute begradigten
Kurve in dem Bereich
der alten B 515, die zum
Rauherfeld zur Arche und
zum Waldfriedhof am Limberg
führte. Er verzeichnete
an einem einzigen Tage an
dieser Schleifmühle 70 Raubüberfälle
von Polen und Russen,
die in Wohnungen der
Siedlung Rauherfeld wohnten.
Uhren und Fahrräder waren
beliebte Beuteobjekte.
Quelle: "Zur Geschichte des ehem. Amtes und der Stadt Balve", hier
der Beitrag "Vom 1. Weltkrieg bis zur Gegenwart"; von Harald Polenz, 1980 .S. 333-337 (Auszüge)
Aus dem Lager Asbeck werden Gefangene in den Jahren 1943/44 im Hönnetal auf dem
Gelände der Rheinisch-Westfälischen Kalkwerke eingesetzt. . . |