Quelle: "Mendener Bergbau", 11. Beitrag zur Landeskunde des Hönnetals, Dr. Hugo Banniza, 1977, S. 42/43

26. Angela - Eisensteingrube bei Sümmern

Im gleichen Monat (Februar 1859, siehe "Leontine") erhielt Döringhof die Verleihung für die Grube "Angela", die für ein weiteres Raseneisenerz- Vorkommen "in dem Siepen bei wulferingsen, Flur VIII/272 2 der Gemeinde Sümmern gelegen" verliehen wurde. Schon 1856 hatte Döringhof darauf Mutung eingelegt. Die Verhandlungen wegen der Bauwürdigkeit und die amtliche Feldbesichtigung fanden erst im Mai bzw. Dezember 1859 statt. Zu der letzteren war auch Amtmann Alsing vom Mendener Bergwerks-Verein geladen, weil dieser im Oktober 1856, nördlich angrenzend an das Feld von "Angela", ein Feld für seine Mutung "Ostsümmern" beantragt hatte.

Zum Termin erschien Alsing nicht, so dass sein Einverständnis mit dem Feld "Angela", dessen Größe 234.900 Quadrat-Lachter betrug, angenommen wurde. (Über "Ostsümmern" fanden sich keine weiteren Unterlagen oder Berggrundbuch-Eintragungen). Grundstückseigentümer des Feldes "Angela" war Friedrich Hölscher, genannt Beuke, zu Wulferingsen. Die Bergwerksanteile wurden je zur Häfte auf Ferdinand Döringhof und Frau Angela Beuke, verehelichte Franz Schulte gen. Beuke, eingetragen. Als Wert der Grube wurden vom Grundbuchamt 400 Taler eingetragen. Die Eintragung im Siegener Berggegenbuch erfolgte wie die von "Leontine" am 09.07.1859. Die Urkunde wurde ebenfalls Ferdinand Döringhof zugestellt.

Zweimal wurde die Betriebsaufnahme für "Angela" für jeweils 1 Jahr, im Juni 1863 dann "auf unbestimmt Zeit" gefristet. Schon im Herbst 1859 war Döringhof vom Bergamt Siegen als Repräsentant bestätigt.
Fast 60 Jahre schweigen dann die Akten, dann wendet sich im Dezember 1919 Heinrich Wenner, Trecklenkamp, an das Bergrevier Arnsberg mit der Anfrage, ob er Rechtsnachfolger seines verstorbenen Großvaters Ferdinand Döringhof hinsichtlich der alten Gruben "Angela", "Leontine" und "Ferdinand II" sei. (Sein Vater Friedrich Wenner, ein Bruder des langjährigen Pächters Wilhelm Wenner auf der Edelburg, hatte in den Hof Döringhof eingeheiratet). Der junge Wenner schrieb damals an das Bergamt: "Einige ziemlich starke Bänke Raseneisenstein erscheinen abbauwürdig."

Das Bergrevier Witten, in dessen Zuständigkeitsbereich Sümmern inzwischen gehörte, teilte Wenner mit, dass das "Bergeigentum noch gültig" sei und jeweils "an den rechtmäßigen Erben übergehe". Vor einer evtl. Wiedereröffnung des Bergbaubetriebes sei das Bergrevier zu informieren, ein Betriebsplan einzureichen usw.. Auch sei eine Umschreibung des Bergeigentums beim Amtsgericht Menden erforderlich und durch notariellen Akt ein gesetzlicher Vertreter zu ernennen.

Der Betrieb wurde aber auf keiner der Gruben wieder aufgenommen, denn im März 1935 standen im Berggrundbuch Menden, Blatt "Angela", nach wie vor: 1. Ferdinand Döringhof, Trecklenkamp, und Angela Beuke, verheiratete Franz Schulte gen. Beuke, Wulferingsen, als Gewerke eingetragen.


Quelle: Berggrundbuch am AG Menden

Das Eisenerzbergwerk Angela liegt in der Gemeinde Sümmern, Kreis Iserlohn, Regierungsbezirk Arnsberg, Oberbergamtsbezirk Dortmund. Es ist am 18. Februar 1859 zu einer Fundgrube zu 28 Lachtern ins Gevierte und 1194 192/196 Massen, jede zu 14 Lachtern ins Gevierte, auf dem Verleihungsriß mit den Buchstaben E.F.G.H.I.K. und L. bezeichnet, zur Gewinnung aller darin vorkommenden Eisenerze nach Vorschrift der Kurkölnischen Bergordnung vom Jahre 1669 und des Gesetzes vom 1. Juli 1821 verliehen worden.

Vom Berggrundbuch Band 22 Blatt 259 übernommen auf Grund des früher dort bestehend gewesenen Bergwerkseigentums zufolge Anregung des Preußischen Oberbergamts in Dortmund.
Eingetragen am 12. Februar 1936.