Quelle: "Mendener Bergbau", 11. Beitrag zur Landeskunde des Hönnetals, Dr. Hugo Banniza, 1977, S. 37-40

23. Der Mendener Bergwerks-Verein
und der Deilinghofer Erzbergbau

Anfang der 1850er Jahre hatte der Mendener Bergwerks-Verein unter seinem rührigen Leiter Amtmann Friedrich Alsing auch in Deilinghofen auf Metallerze, speziell Bleierze, geschürft und Mutung darauf beantragt. Laut Akten des Bergamtes Bochum berichtete der Revier- Beamte Witten, von Renesse, unter dem 17.04.1858 an das Bergamt, dass die Mendener Gewerkschaft ordnungsgemäß am 21.06.1857 eine Mutung auf Bleierz angemeldet hatte, dass die Mutung von ihm - Renesse - "approbiert" und Ende 1857 die amtliche "Augenscheinnahme" von ihm vorgenommen sei.

Diese hatte ergeben, dass es sich um ein "lagerartiges Weißbleierz- Vorkommen von ansehnlicher Mächtigkeit" handelte. Laut Analyse hatte es ca. 60 % Blei und 4 % Zink; für eine Zinkaufbereitung war es zu gering, aber für eine Bleiaufbereitung sei eine vorteilhafte Verhüttung möglich. Abschließend äußerte er: "Diese oder ähnliche Lagerstätten müssen von der Bleierz-District-Verleihung der Iserlohner Galmeizechen wohl ausgeschlossen werden."

Die Aufschlussarbeiten der Mendener Gewerkschaft leitete der Steiger Heinrich Heermann, der Urgroßvater des heutigen Cafe-Besitzers Heermann in Deilinghofen. Als neben Bleierzen auch Galmei aufgeschlossen wurde, machte der Märkisch-Westfälische Bergwerks-Verein Letmathe sein Allein-Schürfrecht auf Galmei im alten Amt Iserlohn, zu dem auch Deilinghofen gehörte, geltend, und es kam zum Prozess. Der Märk.-Westf.-Bergwerks-Verein hatte als Rechtsnachfolger der 1750 vom Oberbürgermeister Johann Caspar Lecke, Iserlohn, gegründeten Messing-Gewerkschaft Iserlohn, deren Schürfbelehnung auf allen Galmei im ganzen Amt Iserlohn und dem Gerichtsbezirk Hemer vom 18.04.1751 übernommen, und in zähen Verhandlungen mit dem Oberbergamt 1854 zusätzlich noch erreicht, dass die alte Verleihungsurkunde von 1751 dahin deklariert wurde, dass außer Galmei "auch sämtliche Blei- und Zinkerze, die entweder mit Galmei zusammen oder nestweise vorkommen mochten, innerhalb des großen Galmei-Districtfeldes (1.845.000 qm) Eigentum des Vereins wurden." (Vergl. hierzu Wilhelm Schulte, die Geschichte einer Stadt, 1937, Seite 143)

So wandte sich dann im Februar 1858 der Vorstand der "Iserlohner Galmeizechen" - Friedrich Hermann Löbbecke unterschrieb - an das Bergamt Bochum mit der Bitte, "uns dritten Personen gegenüber in unserem Rechten schützen zu wollen, gegenwärtig besonders einer Gewerkschaft gegenüber, welche im Bereich unseres Districtfeldes in einem nesterhaft auftretenden, zugleich galmeihaltigen Großbleierz- Vorkommen Bergarbeiten ausführen lässt."

Gleichzeitig erneuerte Löbbecke mit Bezug auf gleichlautende Anträge vom April 1853 und vom Dezember 1856 das Gesuch, Bleierze im Districtsfeld für Galmei gewinnen zu dürfen. Das Bergamt (Bergmeister Schmidt) antwortete am 02.05.1858 nach Anhören des Revierbeamten von Renesse der Leitung der Iserlohner Gruben, "dass die in wirklichen Lagern vorkommenden Bleierze von der Genehmigung ausgeschlossen sein" müssten und "die auf solche eingelegten Mutungen, z. B. Deilinghofen, angenommen und weiter instituiert werden müssten." Seitens des Bergamtes bemühte man sich also, für den Märk.-Westf.-Bergwerks-Verein nicht auch ein Monopol auf Bleierz entstehen zu lassen, sondern solche Erze nur bei nesterweisem Vorkommen neben Galmei dem Verein freizugeben.

Amtmann Alsing, Menden, wandte sich im Juni 1859 in einem Immediatgesuch direkt an den Minister von der Heydt, Berlin, und legte dar, dass er in Deilinghofen eine Bleierzgrube besitze, für die im Termin vom 27.05.1859 beim Bergamt Bochum ein Verleihungsriss anerkannt, und das Feld gelegt worden sei. Er bat den Minister, die Verleihung zu veranlassen, in der Voraussetzung . . .