Quelle: Süderländer Tageblatt vom 28.12.2010


Federzeichnung erinnert an Ehrenmal auf dem Hirtenböhl

Bauwerk wurde am 16. Mai 1952 gesprengt. Gedenktafeln an Böhler Kirche

PLETTENBERG Johannes Frütel zeichnete als junger Mann dieses Bild des Ehrenmals auf dem Hirtenböhl mit einer Tusche-Feder. Viele ältere Plettenberger erinnern sich noch an das Ehrenmal, das einst auf dem Hirtenböhl stand - dort, wo später die Jugendherberge gebaut wurde. Jetzt ist eine alte Zeichnung des Bauwerks aufgetaucht.

Angefertigt hat die Federzeichnung Johannes Frütel. Als Jugendlicher hatte er sehr gerne gezeichnet. Wahrscheinlich im Jahr 1950 hat er das Denkmal mit Tusche verewigt - jetzt fand er das Bild durch Zufall wieder. Das Denkmal war damals schon baufällig. Aus Sicherheitsgründen wurde es erst eingezäunt und abgesperrt, dann am 16. Mai 1952 gesprengt. An seiner Stelle weihte man am 29. November 1953 die neu errichtete Jugendherberge auf dem Hirtenböhl ein, die allerdings im Jahr 1987 schon wieder geschlossen wurde.

In der Chronik der Stadt Plettenberg für das Jahr 1950 schrieb Heimatforscher Albrecht von Schwartzen: "Dem Ehrenmal auf dem Hirtenböhl, einem Wahrzeichen unserer Stadt, droht Gefahr. Nach einer kürzlich stattgefundenen Besichtigung durch Sachverständige soll eine Instandsetzung nicht mehr möglich sein.

Etwas unglückliche Konstruktion
Der schlechte bauliche Zustand war längst bekannt. Die wohl etwas unglücklich gewählte Konstruktion des Mals erfordert eine häufige Wartung, die jedoch im letzten Jahrzehnt versäumt wurde. Regen- und Schneewasser liefen von der Kugel infolge schadhafter Wasserableitung ins darunterliegende Mauerwerk und zerstörten seine Verbindung. Das Ehrenmal dürfte kaum noch zu retten sein. Für die Stadt Plettenberg ein bedauerlicher und zugleich beschämender Zustand insofern, als ihre frühere Verwaltung unbekümmert den rechtzeitig bekanntgewordenen Schäden gegenübergestanden hat. Für einen gänzlichen Neuaufbau fehlen die Mittel.

Der heikle Kostenpunkt ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, daß nunmehr der in Plettenberg geplante Bau einer der größten deutschen Jugendburgen mit der Ehrenmalangelegenheit in einen Zusammenhang gebracht wird. Die Frage wurde aufgeworfen, inwieweit sich eine Jugendherberge anstelle des Ehrenmals mit Heldenverehrung verbinden lässt."

In dem Denkmal auf dem Hirtenböhl befand sich damals ein großer Gedenkstein, an dem Tafeln mit den Namen von 235 Plettenbergern befestigt waren, die im 1. Weltkrieg das Leben verloren hatten. Diese Gedenktafeln finden sich heute an der Böhler Kirche. gt



Quelle: Plettenberg-Lexikon

Ehrenmal auf dem Hirtenböhl; 26.09.1925 Einweihung des →Helden-Denkmales auf dem Hirtenböhl; das Ehrenmal wird am 16. Mai 1952 in mehreren Etappen gesprengt, um der geplanten Jugendherberge Platz zu machen;

Heldendenkmal auf dem Hirtenböhl; Grundsteinlegung war am 24. Juni 1923; zum Gedenken von 217 aus dem I. Weltkrieg nicht zurückgekehrte Plettenberger errichtet; 14 Meter hoch, achteckig mit Namenssäulen, die Kuppel himmelsähnlich in Blau mit Sternen bemalt, Material Grauwacke, Architekt war Heinrich Stumpf (Darmstadt); der Abriß Anfang der 50er Jahre wurde mit "Baufälligkeit" begründet, es mußte jedoch mehrfach gesprengt werden, ehe das Denkmal zusammenfiel; an der Stelle des Heldendenkmals entstand 1954 die Jugendherberge; die Gedenktafeln mit den Namen der Gefallenen wurden an der Böhler Kirche aufgestellt;




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